Basketball: Morgen entscheidet sich die Giants-Zukunft
VON MARK KÜHN - zuletzt aktualisiert: 05.07.2010 - 07:22Claudio Di Padova klingt müde und dennoch zuversichtlich. Seit gut einer Woche weilt der Geschäftsführer der Giants am Bosporus und versucht, in Istanbul Sponsoren für die insolventen Basketballer zu gewinnen – offenbar mit Erfolg.
Er hofft, die Giants mit einer Wildcard, über die morgen in Hamburg verhandelt wird, in der Basketball-Bundesliga zu halten. "Wir haben am Wochenende bereits einige Verträge bei der Liga eingereicht, der Rest folgt am Montag", sagt Di Padova, der weder die Namen der Sponsoren noch die ausgehandelten Summen verraten will. "Auch wenn wir auf den letzten Drücker fertig werden, denke ich, dass wir stimmige Unterlagen zusammen haben", ergänzt er.
Klar scheint: Die Düsseldorfer haben den für die BBL geforderten Mindestetat von einer Million zusammen. Zudem hat Di Padova der Liga Dokumente geschickt, in denen er erläutert, wie die Verbindlichkeiten von mehr als 300.000 Euro abgetragen werden sollen. Klappt es nicht mit der Wildcard, sind die Giants Geschichte, denn eine Zukunft in der zweitklassigen Pro A wird es für die Düsseldorfer nicht geben.
Einer der türkischen Geldgeber, der bei den Giants einsteigen will, hat die Namenrechte an der Düsseldorfer Mannschaft erworben, wie Di Padova bestätigt. In den ersten beiden Giants-Jahren in Düsseldorf hatte der Marketing-Spezialist bekanntlich vergeblich versucht, einen lukrativen Namenssponsor zu finden. Damit würden die Blauen in der kommenden Spielzeit, ähnlich wie die Eishockeycracks der DEG, mit einem kommerziellen Mannschaftsnamen an den Start gehen und zudem ein neues Logo bekommen.
So erfreulich die Vertragsabschlüsse für die Giants auch sind, aus dem Schneider ist die GmbH deswegen noch nicht. "Mit dem Geld, das wir bisher zusammen haben, kann man zwar die Lizenz beantragen, aber praktisch nicht in der BBL spielen – dafür braucht man zwei Millionen", stellt Di Padova klar. Damit kommt wieder die Stadt Düsseldorf ins Gespräch, die ihre in Aussicht gestellte halbe Million Euro für die kommende Spielzeit zuletzt infrage stellte. "Die Stadt hat uns in der Vergangenheit immer gut unterstützt – ich denke, dass sie auch weiterhin etwas für uns tun werden", meint Di Padova.
Morgen Nachmittag muss er seine Kollegen der anderen 17 BBL-Mannschaften in Hamburg von seinem Konzept überzeugen. Die Klubvertreter stimmen nämlich darüber ab, ob die Düsseldorfer, die als einziger Bewerber für die Wildcard antreten, diese auch bekommen sollen. Die Liga kann das Ergebnis zwar überstimmen, in der Regel richtet man sich aber nach dem Voting der Klubs. Egal wie die Entscheidung morgen ausfällt – sie ist endgültig. Zu Nachbesserungen haben die Giants dann keine Gelegenheit mehr.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







