Giants: Neuzugang glaubt an Klassenerhalt
VON MARK KÜHN - zuletzt aktualisiert: 06.09.2010 - 11:04Wenn Giants-Neuzugang Nikita Khartchenkov über seine neue Heimat spricht, dann hört man schnell heraus, dass der 23-Jährige in Düsseldorf genau richtig gelandet ist. "Hier gibt es eine echt tolle Altstadt. Wahnsinn, wie viele Leute hier abends unterwegs sind", schwärmt der 2,01 Meter große Flügelspieler des Basketball-Bundesligisten.
Allerdings ist Khartchenkov nicht in erster Linie wegen Düsseldorfs berühmter Partymeile in die Landeshauptstadt gekommen, wie er betont. Ausschlaggebend war der neue Giants-Trainer Murat Didin. "Er ist der schlaueste Trainer der BBL", sagt Khartchenkov, "wegen ihm bin ich hier." Der Mann, der in Sankt Petersburg geboren ist, hat trotz seiner jungen Jahre bereits eine lange Basketball-Historie.
Mit sieben Jahren begann der kleine Nikita in Quakenbrück zu trainieren, zwei Jahre nachdem er mit seinen Eltern von Russland nach Deutschland gezogen war. Seine Sparringspartner waren meist Jungs, die fünf Jahre älter waren als er. Vater Alexander, der es mit der Sowjetunion 1974 zum Basketball-Weltmeister brachte, ließ nichts unversucht, um seinen Sprössling früh zu Höchstleistungen zu treiben.
"Wir mussten immer in Zweier-Teams werfen, mein Vater hat mir immer den schlechtesten Partner gegeben", erinnert sich Khartchenkov. "Dadurch habe ich immer verloren, bald hatte ich keine Lust mehr auf Training", schiebt er lachend hinterher. Für sechs Jahre ging die Familie noch einmal zurück nach Russland, dann wurde Khartchenkov Profi, spielte in Chemnitz, Braunschweig, Langen sowie für das russische Team BK Chimki.
Im Team der Giants soll der Familienvater zu den Leistungsträgern gehören, auch, weil der frühere deutsche U20- und A2-Nationalspieler in der vergangenen Spielzeit beim Mitteldeutschen BC wertvolle BBL-Erfahrung sammeln konnte.
Dass die Giants von vielen Basketball-Fans bereits als Abstiegskandidat Nummer eins gehandelt werden, juckt Khartchenkov, der direkt im ersten Testspiel im Trainingslager in der Türkei mit 17 Punkten erfolgreichster Schütze seines neuen Teams war, nicht besonders. Er geht fest davon aus, dass die individuelle Klasse der Düsseldorfer Mannschaft für die BBL reicht. "Jibril Hodges ist definitiv ein sehr guter Mann und DeAndre Haynes ist ein starker Point Guard. Ein paar Probleme haben wir noch auf den großen Positionen", sagt er.
Khartchenkov bittet die Fans daher um Geduld: "Eine neue Mannschaft muss erst zusammenwachsen", stellt er klar. Wenn Khartchenkov mit seinem Optimismus Recht behält, wird er bald einigen Grund haben, in die Altstadt zu gehen: um Giants-Siege zu feiern.
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