Finanzhilfen für Basketballer: Politik hält Giants-Zuschuss zurück
VON JÖRN TÜFFERS - zuletzt aktualisiert: 02.02.2010 - 07:18Die Bundesliga-Basketballer benötigen finanzielle Hilfe von der Stadt. Eine knappe halbe Million Euro fehlt, nachdem ein Sponsor abgesprungen ist. Am Montag gab es bei einem Gipfel-Treffen keine Entscheidung. Derweil feilt die FDP an einem Konzept zur Förderung des Profisports.
Die Politik will einen Schlussstrich unter die öffentliche Diskussion um Zuschüsse für Profi-Sportvereine ziehen. Das haben Vertreter aller Fraktionen gestern nach dem Sport-Gipfel mit Vertretern von städtischer Sportagentur und Sportverwaltung angekündigt. Es bestehe Einvernehmen darüber, dass die Stadt auch künftig Profivereine finanziell unterstützen werde.
Von dieser Hilfe profitiere die Stadt in mehrfacher Hinsicht, sagte die Vorsitzende des Sportausschusses, Monika Lehmhaus (FDP). Über die Höhe der Zuschüsse in diesem Jahr haben die Politiker gestern allerdings Stillschweigen vereinbart. Grünen-Sportexperte Günter Karen-Jungen hatte die Diskussion im Vorfeld zusätzlich befeuert, weil er dem Basketball-Club Giants eine Finanzspritze von rund einer Million Euro genehmigen will.
Bisher war verabredet, dass der Verein kurzfristig 480 000 Euro erhalten soll, weil ein Sponsor abgesprungen war. Gestern legte die Sportverwaltung ein Konzept des Basketball-Bundesligisten vor, mit dem er seinen Sport stärker in der Stadt verankern möchte. Ein Bestandteil sind Kooperationen mit Schulen. Nicht für alle Teilnehmer der Runde ist dieser Plan schlüssig. Burkhard Albes (SPD): "Es sind viele Fragen offen geblieben." Es könne vor allem nicht sein, dass die Stadt quasi als Hauptsponsor auftrete, indem sie rund die Hälfte des Etats eines Vereins bestreite. In der kommenden Woche kommt das Gremium erneut zusammen. Denn die Zeit drängt: Sollten die Giants die städtische Geldspritze nicht erhalten, könnte der Spielbetrieb gefährdet werden.
Spieler sollen in Schulen gehen
In Monika Lehmhaus haben die Giants jedenfalls eine Fürsprecherin. Die FDP-Frau bezieht die Basketballer neben der DEG (Eishockey) und HSG (Handball) in ein neues Modell der Sportförderung mit ein. Es sieht vor, dass Stadt und Sponsoren diese drei Vereine zusätzlich zu den regulären Zahlungen finanziell fördern. Im Gegenzug sollen die Vereine beispielsweise Spieler abstellen, die regelmäßig Schulunterricht mitgestalten. In Nordamerika sei dies bereits üblich, so Lehmhaus. Was Vereine bisher machten, sei nur Augenwischerei. Außerdem sieht das Modell vor, dass Schulen Kartenkontingente für die Spiele der Vereine erhalten.
Fortuna (Fußball) und Borussia (Tischtennis) klammert die Liberale in ihrem Modell aus. Der Fußball-Zweitligist verfüge durch TV-Gelder über Einnahmequellen, die andere nicht haben; und der Tischtennis-Verein habe über das Bundesleistungszentrum eine eigene Einnahmequelle. FDP-Politikerin Lehmhaus will für ihr Konzept nun Rückendeckung der anderen Parteien gewinnen.
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