Handball: Der Zwei-Generationen-Sieg
VON BERND JOLITZ - zuletzt aktualisiert: 21.02.2011 - 10:11Torhüter Almantas Savonis ist 41 und damit mehr als zwei Jahrzehnte älter als die HSG-Nachwuchsleute Bastian Roscheck und David Hansen (beide 19). Gemeinsam sorgten sie für das 31:23 gegen den ThSV Eisenach.
Das Unternehmen "Revanche" startete nach 78 Sekunden. Zu diesem Zeitpunkt erzielte Kreisläufer Max Weiß das 1:0 für die HSG – und diese Führung gab der Handball-Zweitligist bis zum Schlusspfiff nicht mehr ab. Unterm Strich stand ein 31:23 (18:8) gegen den ThSV Eisenach, mit dem die Düsseldorfer sich die gewünschte Genugtuung für die desaströse 24:34-Pleite im Hinspiel holten.
"Wir hatten nach diesem Ding, das uns da im September passiert ist, durchaus Respekt vor Eisenach", berichtete HSG-Spielmacher Daniel Brack. "Die ganze Woche über haben wir uns sehr gut auf den ThSV vorbereitet." Und das war den Blau-Gelben von der ersten Minute an anzumerken: Sie packten in der Abwehr noch kräftiger zu als sonst, überrumpelten die Gäste dann mit schnellen Attacken. "Über unsere Abwehr und die Gegenstöße haben wir die Partie früh entschieden", registrierte Brack erfreut. "Und dann hatten wir ja noch unseren starken litauischen Nationaltorhüter."
HSG Savonis (50. Puhle) - Roscheck 3 Treffer, Hegemann 5, Hansen 1, Fölser, Novickis 3, Brack 9/6, Wernicke, Weiß 3, von Gruchalla 6, Behrends 1/1
Zuschauer 1068
Strafminuten Düsseldorf 4, Eisenach 6
Stimmt. Almantas Savonis hat sich offenbar entschlossen, seine stolzen 41 Lebensjahre gänzlich zu ignorieren und spielt in überragender Form. Wenn die Eisenacher am Samstag überhaupt einmal an der Düsseldorfer Deckung vorbeikamen, fischte der Litauer die Würfe reihenweise weg. "Eine Klassevorstellung Almas", lobte Sportdirektor Daniel Stephan, und Trainer Ronny Rogawska ergänzte: "Savonis' bärenstarke Torhüterleistung war das Tüpfelchen auf dem i."
Rogawskas Gegenüber Adalsteinn Eyolfsson verdarb der Keeper damit endgültig die Laune. Sie hatte ohnehin schnell irgendwo zwischen Wut und Depression gependelt: "Egal, was die HSG auch gemacht hat, alles war ein Tor", polterte der Isländer. "Es tut mir nur leid für unsere mitgereisten Fans, die immer wieder diese Horror-Erlebnisse mitmachen müssen. Gott sei Dank hat die HSG in der zweiten Hälfte ein bisschen nachgelassen."
Wie man's nimmt: Rogawska leistete sich lediglich den Luxus, Leistungsträger wie Michael Hegemann, Weiß oder Brack zu schonen, gab den Youngstern Bastian Roscheck und David Hansen viel Spielpraxis. Und obwohl der Vorsprung durch die Wechsel ein wenig schmolz, dankte es ihm der Nachwuchs mit guten Leistungen.
"Natürlich machen solche Partien viel Spaß, und man möchte gern durchspielen", sagte Brack. "Aber es bringt uns weiter, wenn die jungen Leute Praxis bekommen. Es ist nicht selbstverständlich, einen Innenblock mit zwei Junioren zu spielen, der dann auch noch so gut funktioniert." Roscheck verdiente sich ein Extralob Stephans: "Der Junge war zwei Monate verletzt und hat hart an sich gearbeitet. Es freut einen riesig, wenn er dann wieder so herankommt."
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