HSG: HSG gewinnt das Kellerduell
VON GEORG AMEND - zuletzt aktualisiert: 08.02.2010 - 12:55Der Handball-Bundesligist feierte mit dem 34:29 bei GWD Minden den ersten Auswärtssieg der Saison. Überragender Akteur war HSG-Zugang Bostjan Hribar, der neun seiner elf Tore in der zweiten Hälfte erzielte.
Zweieinhalb Minuten vor dem Ende der Handball-Bundesliga-Partie zwischen der GWD Minden und der HSG riefen die rund 200 mitgereisten Düsseldorfer Fans "Auswärtssieg, Auswärtssieg" und "Oh wie ist das schön, so was hat man lange nicht gesehen". Stimmt, denn den bis gestern letzten Erfolg gab es noch in der Zweiten Liga. Und ausgerechnet im wichtigen Kellerduell beim Schlusslicht feierte die HSG beim verdienten 34:29 (17:16)-Sieg ihre ersten Punkte in fremder Halle.
In der Kampa-Halle, die einen baulichen Charme irgendwo zwischen Kellergewölbe und Tiefgarage versprüht, lagen die Düsseldorfer fast durchgehend in Führung. Und dann begann nach dem Seitenwechsel die große Show von Bostjan Hribar. Der Linkshänder, der vor dem Jahreswechsel neu zur HSG gekommen war, warf im zweiten Durchgang neun seiner insgesamt elf Tore. "Wir sind sehr froh, dass wir ihn haben. Hoffentlich kann er dieses Niveau halten", sagte Torwart Matthias Puhle. Auch Kreisläufer Patrick Fölser lobte Hribar: "Mit Bostjan haben wir einen dabei, der die Räume in der Deckung und die freien Leute sieht. Das ist ein großer Vorteil."
Hribar entschied mit seinen neun Toren in Hälfte zwei nicht nur das Spiel für die HSG, sondern auch das Privatduell gegen Mindens Halblinken Rene Bach Madsen klar für sich. Der GWD-Spieler hatte sein Team zunächst mit fünf Treffern in Hälfte zwei im Spiel gehalten, doch Almantas Savonis zog ihm den Zahn. Der Torwart, der bis zur 50. Minute auf der Bank hatte bleiben müssen, weil Start-Keeper Puhle stark hielt, entschärfte direkt den ersten Wurf von Madsen, dem danach kein Tor mehr gelang. "Der Torwartwechsel kam genau zum richtigen Zeitpunkt", fand der ausgewechselte Puhle. "Wir haben ein gut eingespieltes Team und ernten jetzt die Früchte."
Den ersten Auswärtssieg feierten die Spieler mit einer Jubeltraube, als hätte sie den Klassenerhalt schon sicher. Für die "Fans" des Tabellenschlusslichtes GWD war das anscheinend zu viel: Das berüchtigte "Commando 24" musste handfest von Ordnern zurück gehalten werden, bevor die Ultras des Klubs das Parkett stürmen konnten. Nicht nur deshalb fand HSG-Kapitän Michael Hegemann nach der Partie: "Da war am Ende viel Enttäuschung auf Mindener Seite. Das war ein Grund, warum das Spiel nachher deutlicher ausgefallen ist, als es eigentlich war."
Dass es ausgerechnet in diesem Kellerduell zum ersten Auswärtssieg der Saison reichte, erklärte Hegemann so: "Das ist die Krux mit dem ersten Spiel nach der Pause. Der Druck ist anders, wenn man nicht zuhause antreten muss. Das war ein Vorteil für uns. Am Ende hatten wir die Mehrzahl der psychologischen Punkte auf unserer Seite." Und damit auch zwei wichtige Zähler in der Tabelle der Handball-Bundesliga.
HSG sendet ein Ausrufezeichen
Dass die HSG-Spieler nach dem Abpfiff ihrem Jubel freien Lauf ließen, als ob sie den Klassenerhalt schon sicher hätten, zeigt, wie groß der Druck vor diesem Kellerduell war. Auswärts hatte der Aufsteiger bis dato noch nicht einen Punkt geholt, gegen die direkte Konkurrenz um den Klassenerhalt meist gepatzt. Wie beim Hinspiel, als es gegen Minden nur ein unbefriedigendes 24:24 gegeben hatte. Der Sieg gestern war dagegen ein Ausrufezeichen, vor allem in puncto mannschaftlicher Geschlossenheit. Dass Torwart Matthias Puhle seine eigene Auswechslung ehrlich lobt, beweist, dass die Mannschaft intakt ist. Trainer Goran Suton hat ein Wir-Gefühl geschaffen, das den Klassenerhalt möglich macht. Der Coach umarmte vor und nach dem Spiel jeden seiner Spieler. Mit dieser Geschlossenheit kann der Abstieg vermieden werden - doch das ist trotz des Ausrufezeichens aus Minden noch ein weiter Weg für die HSG. Georg Ahmend
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