Handball: HSG will morgen zeigen, wer Herr im Hause ist
VON BERND JOLITZ - zuletzt aktualisiert: 18.02.2011 - 12:54Wenn Frank Flatten an Eisenach denkt, schwillt ihm noch heute der Kamm – nach fast fünf Monaten. "Das war unser mit Abstand schlechtestes Saisonspiel", erinnert sich der Präsident des Handball-Zweitligisten HSG.
"24:34 verloren und so schwach gespielt, dass ich sofort nach dem Ende aus der Halle gestürmt bin. Leider war ich trotzdem erst um vier Uhr morgens zu Hause. Auf der Rückfahrt war die Autobahn an drei Stellen wegen Brückenarbeiten gesperrt, sodass ich quer durch die Wallachei fahren musste."
Kein Wunder also, dass Flatten besonders gespannt auf das morgige Rückspiel gegen den ThSV Eisenach (18.15 Uhr, Burg-Wächter-Castello) ist. Und nicht nur er. "Die gesamte Mannschaft hat Torhüter Almantas Savonis in Eisenach im Stich gelassen", betont Sportdirektor Daniel Stephan, und Trainer Ronny Rogawska ergänzt: "In der ersten Hälfte haben wir damals alles grundlegend falsch gemacht."
Das ergibt natürlich reichlich Gelegenheit, es diesmal besser zu machen. Rogawska ist zuversichtlich, dass dies auch gelingt, denn beim 30:24-Sieg in Aue erwiesen sich seine Schützlinge als sehr lernfähig. "Dieses Spiel hat uns nach der überflüssigen Heimniederlage gegen Bietigheim in die richtige Spur zurückgebracht", sagt der Coach. "Es war ein schweres Auswärtsspiel, aber wir sind es sehr vernünftig und diszipliniert angegangen. Wir haben im Grunde alles richtig umgesetzt, was eine Woche zuvor noch schiefgegangen war." Das galt insbesondere für die Abwehr, die in einer 13-minütigen Phase in Aue keinen Gegentreffer zuließ.
"Nach der Bietigheim-Partie war die Stimmung zwei Tage lang wirklich nicht gut", berichtet Stephan. "Dann hatten wir alles aufgearbeitet, und in Aue habe ich eine Ansprache gehalten, dass dieses eine schwache Spiel uns nicht aus der Bahn wirft, dass wir auf unsere Stärken vertrauen können." Offenbar traf der frühere Welthandballer den richtigen Ton, denn: "Vom Kämpferischen her war das in Aue das bisher Beste in dieser Saison. Bei jedem war ein Funkeln in den Augen zu sehen, das es gegen Bietigheim einfach nicht gegeben hatte."
Morgen will die HSG "zeigen, dass wir der Herr im Haus sind", versichert Rogawska. "Jeder muss an seine Grenzen gehen, am besten noch ein Stück weiter." Klarer Fall: Es geht ja auch um die Revanche für eine besonders bittere Pleite.
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