Tennis: Irmler setzt auf Korolev
VON TINO HERMANNS - zuletzt aktualisiert: 26.07.2008Spitzenspieler Albert Montanes wird nicht für den Rochusclub in der Bundesliga gegen Mannheim antreten. Zwar hat der Verein die Freigabe vom Verband eingeholt, doch der 27-Jährige spielt ein Turnier nach dem anderen.
Die Drähte zwischen dem Rochusclub und der Zentrale der Association of Tennis Professionals (ATP) liefen heiß. Der Grund der „Dauerverhandlung“ heißt Albert Montanes und spielt in der Tennis-Bundesliga für den Rochusclub. Eigentlich hätte der 27-Jährige Spanier als Nummer 41 des weltweiten Champions Race nicht in der Bundesliga beim amtierenden Meister TK Grün-Weiss Mannheim spielen dürfen.
Die ATP will, dass die 50 besten Spieler des jeweiligen Jahres an ihren großen Turnieren teilnimmt. Aber Rochusclub-Teamchef Detlev Irmler im Verbund mit Burchard von Arnim holten in zähen Verhandlungen die Freigabe von der ATP. „Manchmal ist es eine echte Sisyphusarbeit, ein Team zusammenzustellen. Aber man muss alle Türen aufmachen“, meint Irmler.
Montanes steckt auf Turnieren fest
Nur durchgehen sollten die Spieler dann auch. Doch Montanes, der am vergangenen Wochenende seinen ersten Grand Prix-Sieg bei den Dutch Open in Amersfort (Preisgeld 326 000 Euro) feierte, spielt auch in dieser Woche beim Challenger-Turnier in San Marino (Preisgeld 85 000 Euro) so gut, dass er noch im Einzel und Doppelwettbewerb beschäftigt ist. „Er wird wohl nicht in Mannheim spielen. Da kann uns nur ein Wunder helfen“, so der Teamchef.
Dennoch hat Irmler eine konkurrenzfähige Mannschaft zusammen. Mit Evgeny Korolev (Weltrangliste 93), Martin Vassallo-Arguello (88), Micha Zverev (81) Pablo Andujar (109) und Martin Garcia (Doppel-WR 105) fährt der Teamchef nach Mannheim. „Mit diesen Jungs haben wir sehr gute Chancen, in Mannheim zu bestehen“, meint der Teamchef.
Die Partie in der zweitgrößten Stadt Baden-Württembergs ist nicht nur zu Irmlers Leidwesen kein Spitzenspiel mehr. Der Meister ist Tabellenvierter, die Düsseldorfer Fünfter. Aber schleifen lassen ist nicht drin. „Das bin ich mir, dem Rochusclub und dem Düsseldorfer Publikum schuldig, dass wir aus dem Mittelfeld raus kommen und noch mindestens Dritter werden“, erklärt Irmler. Der Druck der Rehabilitation nach einem deutlich verpatzten Saisonstart lastet auf den Schultern der Düsseldorfer.
Ähnlich sieht es einige hundert Kilometer rheinaufwärts aus. Die deutlichen 1:5 Niederlagen gegen Aachen und Halle hatten die Grün-Weissen aus dem Titelkampf katapultiert. Auch dort ist Rehabilitation angesagt. Nur Mannheims Teamchef Gerhard Marzenell hat ebenfalls Probleme bei der Teamzusammenstellung. Janko Tipsarevic und Benjamin Becker spielen bereits Turniere in den USA, Björn Phau und Benedikt Dorsch sind noch bei Challenger-Turnieren in Posen (Polen) bzw. Penza (Russland) dabei, und Dennis Gremelmayer steht auf einer ATP-Verletztenliste. Also rechnet Irmler auf der anderen Seite des Netzes mit Björn Phau (Weltrangliste 165), Adrian Cruciat (151), Ex-Düsseldorfer Marc Lopez (181) und Alexander Peya (156).
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