Inline-Hockey: Junioren stehen unter Druck
VON TINO HERMANNS - zuletzt aktualisiert: 30.06.2010 - 08:46Angel Ruiz feuert seine Spieler an. "Rapido, rapido", schreit er aufs Feld. Wenig später muss der Coach der spanischen Inline Hockey-Juniorennationalmannschaft seine "Chicos" beruhigen. "Tranquilo, tranquilo" lautet seine Anweisung.
Unter der Order "Rapido", das spanische Wort für schnell, schießen Oriol Boronat und Zigor Martinez jeweils ein Tor für die Iberer. Unter dem Befehl "tranquilo", was auf deutsch langsam bedeutet, kassieren sie nur einen Gegentreffer durch Pierre Wex. Die Mischung zwischen Beschleunigung und Beruhigung bringt den Spaniern bei der Junioren-Weltmeisterschaft im Inline Hockey im "Eistempel" an der Brehmstraße gegen Gastgeber Deutschland einen 2:1-Erfolg. "Die Spanier haben gut gekämpft. Wir haben einfach zu schlecht geschossen", meinte Deutschlands Trainer Czeslaw "Jesse" Panek.
Trotz der zweiten Niederlage im Turnier – die Panek-Truppe hatte bereits gegen Titelverteidiger Tschechien verloren – sieht der Coach noch Chancen auf das Weiterkommen. Aus den beiden Sechsergruppen qualifizieren sich jeweils die ersten vier für das Viertelfinale. "Wir haben gegen Australien gewonnen. Und wenn wir gegen Kolumbien gewinnen und gegen die Schweiz eine Überraschung schaffen, sind wir noch dabei", erläutert Panek. In Florian Pompino, Max Piotrowski, Steffen Wintgen und Simon Magas tragen auch vier Spieler der DEG Rhein Rollers das deutsche Trikot. "Meine Spieler müssen körperlich robuster werden. Auf diesem hohen Niveau muss man auch den Körper einsetzen", urteilt Panek.
Trotz der körperlichen Nachteile hoffen die Deutschen aufs Viertelfinale. Danach aber wird es gegen die Turnierfavoriten wohl sehr schwer. Da bringt auch der Heimvorteil wenig. "Nur die Rhein Rollers kennen das Stadion und haben echte Heimspiele. Bei den anderen bringen höchstens Freunde oder Verwandte auf der Tribüne Motivation", erklärt Panek, der sein Team schon vor einigen Wochen auf das Turnier vorbereitete. "Wir hatten einen dreitägigen Sichtungslehrgang, bei dem wir viel gelernt haben", sagt der Coach.
So hoffen die deutschen Junioren bereits heute Abend im Gruppenspiel gegen die Schweiz auf die erste Überraschung..
Teilnehmer: Tschechien, Schweiz, Deutschland, Australien, Spanien, Kolumbien, USA, Kanada, Frankreich, Italien, Namibia, Mexiko. Morgen ab 8 Uhr startet die Endrunde, das Endspiel findet Freitag um 18.30 Uhr statt.
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