Pferdesport: Kein Tag für die ganz Großen in Grafenberg
VON DANIEL DELIUS - zuletzt aktualisiert: 03.08.2009 - 10:02Wie zum Hohn schien beim letzten Rennen des Tages die Sonne über der Grafenberger Bahn. Den wichtigsten Galopprenntag der Saison in der Landeshauptstadt hatte den ganzen Tag über Regen gestört, immer wieder gingen heftige Schauer nieder. Als nach der Henkel-Trophy, dem zweiten Hauptereignis des Tages, die Siegerehrung auf dem Geläuf zelebriert wurde, regnete es gerade wieder aus Kübeln.
"Trotzdem haben wir uns gut geschlagen", bilanzierte Albrecht Woeste, Rennvereins-Vize und Aufsichtsratsvorsitzender des Sponsors, der geistige Vater des von Karoly Kerekes auf Night Magic gewonnenen Henkel Preis der Diana. Mit einem Wettumsatz von 395 212 Euro "lagen wir in der Kalkulation", sagte Rennvereins-Geschäftsführer Bernd Koenemann. "Letztes Jahr hatten wir knapp 20 000 Euro mehr, aber da sind im Hauptrennen auch drei Pferde mehr gestartet."
Es war ein Tag, an dem nicht die großen Gestüte den Ton angaben. Im Hauptereignis war es im investitionsfreudigen Salzburger Hans-Gerd Wernicke ein Mann, der erst seit wenigen Jahren sein Geld im Turf investiert. Entsprechende Glückwünsche wiegelte er bescheiden ab. "Es ist ein Team, das gewinnt", sagte er, "als Besitzer gibt man nur sein Geld, die Arbeit machen andere."
Auch die mit 65 000 Euro dotierte Henkel-Trophy wurde von einer Underdog-Mannschaft gewonnen. Die Rheinländer Stephan Hoffmeister und Guido Schmitt hatten voriges Jahr gutes Geld in die Hand genommen, um einen Hengst namens King of Sydney in ihren Besitz zu bringen. Das wurde mit einem knappen Sieg in der Trophy belohnt, was eher dem Zufall geschuldet war. "Wir hatten ein Rennen in Frankreich im Auge", berichtete Trainer Mario Hofer, "aber wir haben uns für Düsseldorf entschieden, weil es einfacher aussah." Das wurde belohnt, mit gutem Geld und Silber aus der Hand von Henkel-Chef Kaspar Rorsted. Andreas Suborics im Sattel des "Kings" hatte den Sieg in einem energischen Finish gegen die höher eingeschätzten Aspectus und Querari, die in totem Rennen auf Platz zwei landeten, unter Dach und Fach gebracht.
Keine Rolle spielten die nur spärlich vertretenen Grafenberger Pferde. Immerhin gab es Erfolgsmeldungen von Trainer Sascha Smrczek vom Meeting aus Bad Doberan. An der Ostsee gelang dem acht Jahre alten Wallach Roque ein besonderes Kunststück: Er gewann sowohl am Mittwoch wie auch am Samstag ein Rennen. Seite B 4
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