Pferdesport: Kerekes gewinnt Preis der Diana
VON DANIEL DELIUS - zuletzt aktualisiert: 03.08.2009 - 14:22"Nicht lange überlegen, einfach das Richtige tun." Es war eine einfache Taktik, die sich Karoly Kerekes, 30, vor dem wichtigsten Rennen seiner Karriere zu Recht gelegt hatte. Im Henkel Preis der Diana, dem Deutschen Stuten-Derby auf der Galopprennbahn in Düsseldorf, saß er auf Night Magic, nicht unbedingt die Favoritin in dem 400.000 Euro-Spektakel, aber ein Pferd, das man auf der Rechnung haben musste.
Das Problem war die Startbox: Night Magic musste das Rennen ganz außen, mit der Nummer zwölf im 13-köpfigen Feld aufnehmen. Und das ist auf dem kurvenreichen Grafenberger Kurs keine einfache Aufgabe. "Wir haben am Morgen lange überlegt, was wir genau machen", erklärte Besitzer Hans-Gerd Wernicke, "und haben Karoly dann gesagt, gehe vorne." Das setzte der Ungar dann auch hervorragend um. Schon nach wenigen Metern hatte er mit Night Magic die Spitze, kontrollierte von da aus Tempo und Gegnerinnen.
Immer wieder schaute Kerekes auf die Innenbahn, doch da kam nichts mehr. Am Ende notierte der Zielrichter viereinhalb Längen Vorsprung, in Soberania und Andrea belegten krasse Außenseiterinnen die Plätze.
Es war vor 16 000 Zuschauern ein großer Triumph für ein Team, das ansonsten weniger im Blickpunkt der Öffentlichkeit steht. Besitzer Hans-Gerd Wernicke hat zwar in den vergangenen Jahren viel Geld in den Rennsport investiert, doch musste er auf einen solchen Volltreffer auch lange warten. 43 000 Euro hatte er vor zwei Jahren auf einer Auktion in Baden-Baden für die Stute bezahlt.
Trainer Wolfgang Figge, 62, blickt auf eine Karriere mit vielen Höhen und Tiefen zurück. "Das war heute ganz sicher der größte Treffer", sagte er hocherfreut nach dem Sieg seines Jockeys. "Unsere Taktik war sicher etwas gefährlich", räumte er ein, "denn es ist nicht immer einfach, ganz vorne zu gehen. Aber das funktioniert nur mit einem Rennpferd und das ist Night Magic." Und Jockey Karoly Kerekes, in München eher als eine lokale Größe bekannt, hatte das alles bestens umgesetzt.
Engagements im Galopprennsport-Westen hatte er kurzfristig abgebrochen. Er war dem Druck nicht gewachsen, hieß es, und er war kurzfristig in die eher beschauliche Rennsport-Diaspora Ungarn zurückgekehrt. Mit dem Sieg im Henkel Preis der Diana hat er sich wieder nachhaltig in Erinnerung gebracht – auch im Westen.
Mit langen Gesichtern kehrte das Team der französischen Stute Celimene in seine Heimat zurück. Die heiße Favoritin, am Montag noch für das Rennen nachgemeldet, war früh geschlagen und landete schließlich nur auf dem letzten Platz. "Sie kam einfach auf dieser Bahn nicht zurecht", bilanzierte Trainer Carlos Lerner. Danach ging er auf dem kürzesten Weg ins Vip-Zelt, um seinen Frust mit ein paar Drinks herunter zu spülen. Zumindest das gelang.
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