Laufen: Osenberg holt die schnellste Frau der Welt
VON GUSTAV SCHWENK - zuletzt aktualisiert: 30.01.2010 - 11:56Mit berechtigtem Stolz zog Marc Osenberg am Freitag einen hohen Trumpf aus dem Ärmel für das 5. PSD-Bank-Hallen-Meeting am 3. Februar: "In Carmelita Jeter wird auch die schnellste Frau der Welt in Düsseldorf starten."
Die 30-jährige Kalifornierin rannte in ihren beiden letzten 100-m-Rennen des Sommers 2009 nicht nur der aktuellen Weltelite klar davon, sondern bot nach 10,67 Sekunden beim World-Athletic-Final in Thessaloniki zum Saisonausklang in Schanghai in 10,64 Sekunden sogar die schnellste Zeit der vergangenen 21 Jahre (10,64 Sekunden). Dabei ärgerte die US-Meisterin nur eines: "Schade, dass ich diese Zeiten nicht schon bei der WM lief. Aber ich war zu nervös, daher wurde ich wie 2007 in Osaka nur Dritte. Allerdings mit einer viel besseren Zeit." In Japan war sie nur um wenige Tausendstelsekunden an Gold vorbeigeschrammt. Das Zielfoto wurde zehn Minuten lang geprüft, bevor das Ergebnis bekannt gegeben werden konnte. Das ist selten.
Ankündigung und Zuschlag
Die beiden im September 2009 innerhalb von acht Tagen erzielten Ausnahme-Zeiten machten dem 1,63 m großen Kraftpaket viel Mut für 2010. Schon im November kündigte sie klipp und klar an: "Ich will in der Hallensaison den Weltrekord über 60 Meter angreifen und ich traue mir auch zu, schneller als 6,92 Sekunden zu rennen." Mit anderen Worten: Sie will den 17 Jahre alten Hallenweltrekord der früheren russischen Hallen-Weltmeisterin Irina Priwalowa brechen.
Wie viel sie sich bei ihrem zweiten Wettkampf in der heute für sie bei einem Fünf-Länderkampf in Glasgow beginnenden Hallensaison vorgenommen hat, zeigte sich bei den Verhandlungen von Osenberg mit ihrem Management: Neben ihrem gewiss nicht geringen Startgeld verlangte sie einen Zuschlag für eine Zeit unter sieben Sekunden. Also für eine in diesem Jahrtausend noch nicht gestoppte Leistung.
Ihre sportliche Karriere begann Jeter in Los Angeles im Basketball. Da sie in ihrem High School-Team allen davon rannte, riet ihr Coach der 15-Jährigen zu einem Sprintversuch. Sie lief auf Anhieb 100 m in 11,8 Sekunden. Doch bis zu ihrem Aufstieg in die Weltklasse stoppten sie immer wieder Verletzungen. So auch 2008. Nach der verpassten Olympia-Teilnahme wechselte Jeter zu Trainer John Smith. Der frühere 440-yards-Weltrekordmann gilt als erfolgreichster Sprinttrainer der USA in den vergangenen Jahrzehnten. Maurice Greene, der von 1997 bis 2001 mit Gold bei Olympia und drei Weltmeisterschaften sowie 100-m-Weltrekord im kurzen Sprint dominierte, sagt über den 59-jährigen Coach: "Ich kenne keinen Besseren." Und Carmelita Jeter erzählt über John Smith: "Bei ihm ist jedes Training wie ein Wettkampf. Das macht mich schneller."
Eintrittskarten für das Meeting gibt es in den Touristik-Informationen am Hauptbahnhof und am Marktplatz, unter der Hotline 01805-644332 sowie im Internet unter www.psd-bank-meeting.de
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