Football: Rhein Fire vor der Rückkehr
VON GIANNI COSTA - zuletzt aktualisiert: 13.08.2008Düsseldorf soll wieder Standort für ein Football-Team werden – diesmal allerdings unterm Hallendach des ISS Dome. Die nordamerikanische Arena-Liga will kräftig expandieren und plant einen europäischen Ableger.
Jerry Kurz hat ziemlich genaue Pläne. Für Ende November, Anfang Dezember plant der Vize-Präsident der nordamerikanischen Indoor-Football-Liga Arena ein Gastspiel in Deutschland mit zwei US-Teams. Quasi eine Art Apettithäppchen. Ein paar Monate danach soll ein Turnier folgen.
„Hinterher wird abgerechnet“, sagt Kurz. „Wenn unser Sport bei den Leuten ankommt, dann bleiben wir.“ Geplant ist an verschiedenen Standorten in Europa Mannschaften aufzubauen. Es geht um Football, diesmal unterm Hallendach – und der Düsseldorfer ISS Dome hat gute Chancen, den Zuschlag zu bekommen.
Erst für die „Testspiele“ und danach auch für ein Team im regulären Spielbetrieb. Als Konkurrenten sind noch die Städte Hamburg und Mannheim im Rennen. „Mir gefällt der Dome, ein tolles Stadion“, sagt Kurz. „Wir rechnen alle Faktoren zusammen und entscheiden uns dann bis kommende Woche.“
Damit das Geschäft gleich ins Rollen kommt, planen die Verantwortlichen der AFL, einen klangvollen Namen aufleben zu lassen. Rhein Fire steht vor der Rückkehr. Die Gespräche mit den verantwortlichen der NFL über die Rechte laufen bereits seit zwei Jahren. „Nun ist der richtige Zeitpunkt gekommen, um unser Produkt in Deutschland zu präsentieren.“ Diesmal soll natürlich alles noch schöner und besser und sowieso werden.
Da ist sich nicht nur Kurz sicher, sondern auch Marko Seidensticker, Geschäftsführer der Düsseldorfer Event-Agentur 2plus, die zusammen mit den Arena-Machern hier zu Lande zurzeit nach möglichen Partnern sucht. Seidensticker plant pro Mannschaft mit einem Etat von rund fünf Millionen Euro. In zwei Jahren, so die Hoffnung, sollen gleich sechs Teams auf dem alten Kontinent das Spiel aus Übersee präsentieren. Paris, London, Madrid, Düsseldorf – das alles hört sich stark nach der Wiederholung der glorreich gescheiterten NFL Europa an, die auch erst flächendeckend angelegt war und dann auf Deutschland zusammenschrumpfte.
„Nein, nein“, entgegnet Seidensticker. „Wir wollen nichts kopieren. Unsere Vision ist nicht, der Zirkus kommt in die Stadt, wir machen Arena-Football. Das ist ein großes Sport-Event.“ Ein Novum sei, als Beweis der ernsthaften Absichten, dass erstmals in der Sportgeschichte europäische Teams in eine US-Liga integriert seien.
Arena Football – das ist eine mit dem American Football verwandte Sportart. Hauptunterschied: Während Football draußen stattfindet, wird die Arena-Version als Hallensport betrieben auf einem kleineren Spielfeld. Diese „Verkleinerung“ zieht sich durch alle Bereiche. Dadurch wird alles viel schneller, es passiert ständig etwas, inklusive vieler Punktgewinne auf beiden Seiten.
Ein berühmter Eigentümer eines Arena-Football-Teams ist Sänger Jon Bon Jovi, der die Philadelphia Souls besitzt. „Sollte unsere Liga wirklich nach Deutschland kommen, dann wird auch Jon sicher mit von der Partie sein“, sagt Kurz. „Ich will aber niemandem Hoffnungen machen. Er wird nicht singen, er wird nur seinem Team die Daumen drücken.“
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