Tennis: Rochusclub gibt die Spitze wieder ab
VON TINO HERMANNS - zuletzt aktualisiert: 30.07.2007 - 09:06Für Detlev Irmler, den Teamchef des Tennis-Bundesligisten Rochusclub, war es so etwas wie ein Déjà-vu-Erlebnis. Im vergangenen Jahr verspielte sein favorisiertes Team in Erfurt die Vize-Meisterschaft. „Beim Spiel in Krefeld habe ich mich genauso gefühlt“, sagte Irmler. Mit Freuden hatte der HTC Blau-Weiß Krefeld den Rochusclub in die Halle beordert. Auf dem schnellen Teppichboden fühlten sich die Sandplatz-Spezialisten aus Düsseldorf sichtlich unwohl und unterlagen 2:4.
Damit mussten die Grafenberger die Tabellenführung wieder abgeben. „Das Wetter hat Krefeld in die Hände gespielt“, ärgerte sich Irmler. Als klar war, dass wegen des Dauerregens die komplette Partie in der Halle ausgetragen werden musste, verzichtete der Teamchef auf seinen Spitzenmann Martin Vassallo-Arguello. „Er hat in der Halle noch kein Spiel gewonnen“ - so die Begründung. Aber auch Juan Pablo Guzman, Albert Portas und Robin Vik standen auf verlorenem Posten. Lediglich Christoph Rochus entpuppte sich als Lichtblick.
Düsseldorfs Tscheche Robin Vik hatte allerdings viel Pech bei seiner Drei-Satz-Niederlage gegen Fred Hemmes. Im Match-Tiebreak lag der 27-Jährige bereits mit 9:7 in Führung, hatte sich also zwei Matchbälle erarbeitet. Doch der Niederländer Hemmes wollte sich nicht geschlagen geben. Er machte die nächsten vier Punkte und nahm Vik den Sieg noch aus den Händen.
In den Doppeln hatten die Düsseldorfer lange die Hoffnung, wenigstens ein Unentschieden retten zu können. Das zweite Doppel mit Rochus und Vik schoss die Krefelder Kombination Paolo Lorenzi/Sven André zweimal mit der „Höchststrafe“ ab. Es stand nur noch 2:3. Doch diese Niederlage hatten die Krefelder einkalkuliert. Sie wollten die beiden Niederländer Hemmes und Dennis van Scheppingen zusammen ins erste Doppel bringen. Und die Taktik ging auf.
Zwar wehrten sich Guzman und Portas auf Düsseldorfer Seite nach Kräften, erzwangen sogar einen dritten Satz, doch der ging an Krefeld. Im Match-Tiebreak lagen die Niederländer ständig vorn. „Guzman/Portas haben sich zwar noch mal auf 6:8 herangerobbt, aber die Krefelder haben verdient gewonnen. In der Halle waren sie einfach den Tick besser“, urteilte Irmler.
Trotz der Niederlage haben die Grafenberger noch immer die Chance, erstmals Meister zu werden. Der Teamchef: „Die großen Konkurrenten Halle und Mannheim haben wir noch vor der Brust. Da kann es nur heißen: Auf zum nächsten Gefecht.“
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