Tennis: Rochusclub holt glückliches 3:3
VON TINO HERMANNS - zuletzt aktualisiert: 18.08.2008Das passte ins Bild der gesamten Tennis-Bundesligasaison. Auch beim TC Blau-Weiss Neuss schaffte der Rochusclub keinen Sieg, obwohl die Neusser mit zwei Nachwuchsspielern antraten. Über ein 3:3-Unentschieden kamen die Düsseldorfer auf der anderen Rheinseite nicht hinaus.
„Damit haben wir nahtlos an die Ergebnisse der verkorksten Saison angeknüpft. Wir holen ein glückliches 3:3 in Neuss“, ärgerte sich Rochusclub-Teamchef Detlev Irmler. Damit beendet das Team die Spielzeit 2008 als Tabellenfünfter. „Nach der Saison brauche ich eine Schulter, um mich auszuweinen“, meinte Irmler.
Von den Düsseldorfer Einzelspielern überzeugte in Neuss nur Martin Vassallo-Arguello auf der ganzen Linie. Er bezwang den 20-jährigen Marc Meigel in zwei Sätzen. Irmler nahm aber auch seinen Spitzenspieler Fabrice Santoro von der Kritik aus. „Fabrice hatte ein schweres Match. Daniel Gimeno-Traver spielt richtig gut. Das kann man verlieren“, erläuterte der Teamchef. Mit dem, was Evgeny Korolev und vor allem Martin Garcia boten, war Irmler allerdings nicht einverstanden. „Evgeny darf nicht verlieren. Er hat sich von einem Giftzwerg den Zahn ziehen lassen“, meinte der Teamchef. Dennoch prophezeit er dem 20-jährigen Russen noch große Taten. „Evgeny hat sein Potenzial noch lange nicht ausgeschöpft. Er muss sich noch weiter entwickeln. Trotz der Niederlage war er eine riesige Bereicherung für mein Team“, urteilte Irmler.
Ob er genauso positiv über Martin Garcia denkt, ist mehr als fraglich. Der 31-jährige Argentinier, seit 1996 im Profizirkus aktiv, ließ sich in Neuss von einem 16-Jährigen, der sich erst vor wenigen Wochen dazu entschlossen hat, Tennisprofi zu werden, düpieren. Garcia musste Max Dinslaken nach drei Sätzen zum Sieg gratulieren. „Das Spiel hat ihm einen richtigen Psychoknacks verpasst. Martin konnte keinem mehr gerade in die Augen schauen. Ich glaube, er war stark Selbstmord-gefährdet“, erzählte Irmler. Für die Doppel stand Garcia nicht mehr zur Verfügung. Doch an der Seite des erneut erfolgreichen Vassallo-Arguello sicherte Rochusclub-Eigengewächs Max Scheiter durch den Drei-Satz-Sieg über die Neusser-Paarung Gimeno-Traver/Dinslaken wenigstens das Unentschieden.
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