Tennis: Rochusclub ist aus dem Rennen
VON TINO HERMANNS - zuletzt aktualisiert: 27.07.2009 - 08:08So stellt man sich die Tennis-Bundesliga der Herren im Rochusclub vor: strahlender Sonnenschein, warme, angenehme Temperaturen, ein laues Lüftchen weht und erstklassiges Tennis mit spannenden Matches. Alles war bereitet für einen vergnüglichen Tag.
Der Rochusclub trat mit einer Super-Truppe gegen den TK Grün-Weiß Mannheim an, sorgte durch vier Match-Tiebreaks in den sechs Partien für enorme Spannung, konnte aber nicht für das Sahnehäubchen sorgen. Mit 2:4 mussten sich die Gastgeber beugen, auch, weil drei Match-Tiebreaks von den Mannheimern gewonnen wurden. "Es sind nicht die Match-Tiebreaks, wo wir die Partie verloren haben. Wir hätten die Matches anders gestalten können und müssen", analysierte Teamchef Detlev Irmler.
Am Spieltag zuvor gelang den Grafenbergern gegen den TV Espelkamp-Mittwald ein 3:3. Gegen den Aufsteiger ist das ein Punktverlust. "Jetzt geht das schon wieder los", grollte Irmler, nachdem das Doppel Jonas Björkmann/Evgeny Korolev gegen die Mannheimer Kombination Alexander Peya/Juan Pablo Brzezicki direkt im ersten Aufschlagspiel ein Break kassierte. Erinnerungen an das Spiel gegen Espelkamp, als die Doppel den Ausschlag zugunsten des Rochusclubs geben sollten, kamen wieder hoch.
Eigentlich sollten die Doppel der Stolz des Rochusclubs in der Bundesliga 2009 werden. Mit Björkmann wurde extra einer der besten Doppelspieler der Welt verpflichtet. Der 37-jährige Schwede war die Nummer eins der Doppelweltranglisten, gewann bei 50 internationalen Doppel-Turnieren, darunter neun Grand Slam-Titel und enttäuschte beim Rochusclub völlig.
Bisher wurde Björkmann zweimal im Doppel eingesetzt, gegen Espelkamp und Mannheim, und konnte noch keinen Punkt einfahren. Und auch der Mann, der so anders spielt als alle anderen Tennisspieler, Fabrice Santoro ist als exzellenter Doppelspieler bekannt, enttäuschte. Der Franzose hat 24 Turniersiege mit einem Partner an seiner Seite verbucht. "Der vermeintlich kluge Schachzug, zwei Weltklasse-Doppelspieler ins Team zu integrieren, hat nicht den erhofften Erfolg gebracht", ärgerte sich der Teamchef. "Man muss es akzeptieren, dass wir sozusagen im Elfmeterschießen verloren haben." Durch die Niederlage sind alle heimlichen Träume, vielleicht in diesem Jahr den Meistertitel zu holen, zerplatzt. In der Tabelle rutschen die Grafenberger mit 7:5 Punkten von Rang drei auf vier ab. "Ich habe nie vom Titel gesprochen. Wenn wir dritter werden, entspräche das unseren Möglichkeiten. Aber jetzt müssen wir aufpassen, dass es nicht in die andere Richtung los geht", meinte Irmler.
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