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Tennis: Rochusclub nur noch Mittelmaß

VON TINO HERMANNS - zuletzt aktualisiert: 23.07.2008

Analyse: Warum der Tennis-Bundesligist den Gewinn der Meisterschaft bereits zur Hälfte der Saison abgeschrieben hat.

Fabrice Santoro.   Foto: RPO
Fabrice Santoro. Foto: RPO

Da hatte man etwas mehr erwartet. Der Rochusclub Düsseldorf steckt zu Halbzeit der Saison in der Tabelle der Tennisbundesliga mit 5:5 Zählern im Mittelmaß. Und das, obwohl die Grafenberger im Vorfeld zu den Meisterschaftsfavoriten gezählt wurden. „Natürlich ist es nicht befriedigend, wenn man so viele gute Spieler in der Mannschaft hat. Ich muss mich jetzt selbst sammeln. Ich hatte Momente, wo ich alles hinschmeißen wollte“, erzählt Rochusclub-Teamchef Detlev Irmler.

Er macht die „Krise“ an sechs Punkten fest. In den ersten beiden Partien, dem 3:3 gegen Essen und dem 2:4 gegen Erfurt, hatten die Rochusclub Spitzenspieler Agustin Calleri und Jose Acasuso dreimal den als Entscheidungssatz gespielten Champions-Tiebreak mit zwei Punkten Differenz verloren. „Hätten die beiden gewonnen, wären sie die Helden gewesen und wir stünden in der Tabelle weit vorne“, sagt Irmler. Calleri und Acasuso, Mannschaftsweltmeister des Jahres 2007, waren die „Last-Minute-Verpflichtung“ des Rochusclubs. „Ich musste noch drei Wochen vor Saisonbeginn handeln, weil der Manager von Juan Monaco die Beträge für seinen Schützling verdoppeln wollte“, bekundet Irmler. Da spielte der Teamchef nicht mit, trennte sich von Monaco und verpflichtete dafür kurzerhand zwei Weltklassespieler.

Auch Luis Horna, Doppelsieger bei den French Open, und Albert Montanes waren für die beiden ersten Spieltage, als es für die Düsseldorfer gegen zwei der Meisterschaftsmitfavoriten ging, fest gebucht. Nur Montanes machte eine Partie. Irmler verzichtet auf Hornas weitere Dienste, obwohl er den Peruaner mit italienischem Pass verstehen kann. „Nach seinem Erfolg in Paris hatte er die Chance, sich für das Master zu qualifizieren. Im Einzel war er auf Platz 102 abgerutscht, wäre so nicht mehr direkt für die US Open qualifiziert gewesen. Deshalb wollte er Turniere spielen und Weltranglistenpunkte sammeln“, erläutert der Teamchef.

Tiefpunkt der Saison war aber das 1:5 am letzten Spieltag gegen Aachen. Fabrice Santoro verlor im Champions-Tiebreak nach einer 7:3-Führung mit 8:10 gegen Aachens Jiri Vanek. Martin Vassallo-Arguello und Sergio Roitman, in der Weltrangliste deutlich höher als ihre Kontrahenten platziert, gingen geschlagen vom Platz. Die Doppel gewannen kampflos die Aachener. Irmler hatte voll auf die Karte „Sandplatz“ gesetzt und dementsprechend auch die Doppel aufgestellt. Aber Santoro bekam Kreislaufprobleme. „Er konnte plötzlich nicht mehr aufstehen. Er wurde immer blasser. Es war für alle sichtbar, dass es nicht mehr ging“, erläutert Irmler. Damit war die Partie bereits verloren. „Roitman hatte Bauchmuskelprobleme. Soll ich ihn noch auf den Platz jagen, damit er sich richtig verletzt. Das macht bei einer verlorenen Partie keinen Sinn“, erklärt der Teamchef.

Für Ersatz für die Zuschauer wäre gesorgt gewesen, denn jeweils zwei Düsseldorfer und zwei Aachener erklärten sich bereit, eine Art Schaukampf zu spielen. Aber der große Regen vertrieb alle von der Anlage. Doch aufgeben ist nicht Irmlers Ding. Die Meisterschaft ist zwar futsch, jetzt kämpft der Teamchef für Platz zwei oder drei.

Quelle: RP

 
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