Tennis: Rochusclub zeigt seine starke Seite: 5:1-Sieg
VON TINO HERMANNS - zuletzt aktualisiert: 10.08.2009 - 08:28Dem Rochusclub gelang der Befreiungsschlag. Fünf Spieltage hintereinander hatten die Grafenberger in der Tennis-Bundesliga nicht mehr gewonnen; die Top-besetzte Mannschaft von Teamchef Detlev Irmler drohte im Mittelmaß der Liga zu versinken.
Gegen den elfmaligen Deutschen Mannschaftsmeister TC Blau-Weiss Neuss aber machte die Irmler-Truppe kurzen Prozess. Bereits nach den Einzeln, beim Zwischenstand von 4:0, war der Gesamtsieg nicht mehr zu nehmen. Am Ende gewann der Rochusclub mit 5:1. "Wir haben gezeigt, was wir zu leisten in der Lage sind", meinte ein sichtlich erleichterter Teamchef und fügte hinzu: "Bevor ich sterbe, werden wir das Ding nach Düsseldorf holen. Aber ich lebe noch lange." Damit meinte er den Meistertitel, auf den der Rochusclub seit 21 Jahren wartet.
Fabrice Santoro, 36-jähriger Franzose, spielte gestern das letzte Mal vor Düsseldorfer Publikum. Doch seine Abschiedsvorstellung gab er nur im Doppel. Und das, obwohl er als Nummer 43 der Einzelweltrangliste der am besten platzierte Rochusclub-Akteur war. Aber auf der roten Asche kann der Franzose sein gefühlvolles Spiel nicht mehr problemlos durchsetzen.
Und dann verlor Santoro an der Seite des Geburtstagskindes Rogier Wassen auch noch als einziger Düsseldorfer im Doppel. Dass es für Sentimentalitäten keinen Platz gibt, machte eindrucksvoll Evgeny Korolev klar. Düsseldorfs Spitzenspieler (Platz 86 der Weltrangliste) kam wie eine entfesselte Naturgewalt über seinen Neusser Kontrahenten Marcel Granollers (Weltrangliste 98).
Dem wieselflinken und technisch beschlagenen Spanier nutzten alle seine kämpferischen und spielerischen Qualitäten nichts. Er wurde mit Powertennis vom Feinsten und absoluter Gnadenlosigkeit vom 21-jährigen Düsseldorfer in die Schranken gewiesen. Es hatte gar nicht gut angefangen für die Gastgeber. Alberto Martin (96) hatte die erste Partie beim Stand von 0:6 und 0:1 gegen Jesse Huta-Galung (213) scheinbar schon verloren, als der 30-jährige Spanier sich seiner Fähigkeiten erinnerte und das Match noch drehte.
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