Düsseldorf: Schneetreiben am Rhein
zuletzt aktualisiert: 16.08.2006 - 12:16Düsseldorf (RP). Genau 75 Tage vor der fünften Auflage des Ski-Weltcups in Düsseldorf wurde es auf dem Burgplatz weiß: Die Veranstalter des Rennens vom 27. bis 29. Oktober in der Düsseldorfer Altstadt präsentierten am Dienstag das Konzept des Wettbewerbs und brachten auch gleich 100 Kubikmeter Schnee zum ersten Test mit. Für die Kinder, die am Dienstagmittag durch die Altstadt schlenderten, war der Schneehügel mitten im Sommer schon einmal ein unerwarteter Spaß.
Am letzten Oktober-Wochenende wird es in Düsseldorf schneien, diese Wettervorhersage ist absolut sicher. Schneien wird es dann zwar nicht in Flocken, aber immerhin in Brocken, die von mindestens 160 Lastwagen fallen. Die Lkw sollen 4000 Kubikmeter Schnee anliefern, die bereits seit einigen Wochen in der Neusser Skihalle produziert werden, der Schnee dann zu einer 800 Meter langen und fünf Meter breiten Loipe präpariert werden. Die Besucher erwartet ein großes Schneefest mit Party- und Familienprogramm sowie packende Rennen.
Düsseldorf hat längst einen festen Platz im Ski-Kalender, ist für die Weltelite des Skilanglaufs erster Treffpunkt der neuen Saison. Zudem ist es das erste Kräftemessen der Langläufer nach der Olympiasaison. Bereits traditionell beginnt mit den Sprint–Rennen am Düsseldorfer Rheinufer die Weltcupsaison. Spitzensport, Ski-Party und ein Mitmach-Programm für die ganze Familie, dazu authentische alpenländische Atmosphäre – die wichtigsten Eckdaten des Snow Events bleiben auch 2006 unverändert: Am Samstag finden zunächst die Einzelrennen der Damen und Herren statt, am Sonntag steht mit dem Team–Sprint die Staffelwertung auf dem Programm.
Beim Eintritt bleibt Düsseldorf eine Ausnahme im Skiweltcup: Für alle Zuschauer ist der Eintritt wieder frei. "Wie in den vergangenen Jahren wollen wir das Event dabei auch dieses Jahr weiterentwickeln und für die Besucher noch interessanter und attraktiver machen", so Organisationsleiter August Pollen. So wird es in diesem Jahr unter anderem eine zusätzliche Großleinwand direkt an der Strecke geben, damit alle Zuschauer den gesamten Rennverlauf noch besser mitverfolgen können. Die Veranstalter suchen dafür noch ein Schiff mit Kran, das eine solche Goßbild-Leinwand tragen kann.
Auch für die Athleten ist der Weltcup in Düsseldorf etwas Besonderes. So nah dran wie in Düsseldorf sind die Zuschauer sonst nirgendwo. Und so viele Fans hat sonst kein anderer Skiweltcup. "Die Düsseldorfer Austragung ist der größte Skiweltcup im ganzen Winter. So etwas gibt es bisher in keiner anderen deutschen Großstadt", so Düsseldorfs Oberbürgermeister Joachim Erwin. "Früher sind die durch die Wälder gefahren. Nur in Düsseldorf kann man ein Skirennen sogar von einem Segelschiff aus beobachten."
Erstmals wird es in diesem Jahr auch eine Nachwuchsveranstaltung und einen Alpin- Anfängerskikurs für Kinder auf der Weltcupstrecke geben. Beim ODLO Kids Run präsentiert von ARAG am Sonntagnachmittag können Kinder und Jugendliche im Alter von acht bis 16 Jahren in einem Vielseitigkeits-Parcours ihr Können zeigen. Eingeladen dazu werden Nachwuchsläufer, die bereits in Vereinen des Westdeutschen Skiverbandes und des Hessischen Skiverbandes Skilanglauf trainieren. Etwa 100 bis 120 Nachwuchstalente vor allem aus dem Hochsauerland können so "Weltcup-Luft" schnuppern und nach den offiziellen Rennen selbst zum sportlichen Wettstreit antreten.
"Wir wollen den Skiweltcup auch für die Förderung der Nachwuchsarbeit in unseren Vereinen nutzen. Für die talentierten Kinder und Jugendlichen ist das nicht nur ein wichtiger Wettkampf, sondern auch eine große Motivation", erklärt Matthias Birkenholz, Präsident des Westdeutschen Skiverbandes (wsv). Dazu tragen auch die prominenten Skilangläufer Peter Schlickenrieder und Björn Daehlie bei.
Langlauf-Bundestrainer Jochen Behle kommt mit der neu gegründeten Sprint-Gruppe des Deutschen Skiverbandes (DSV) nach Düsseldorf. Dort wird die Gruppe zum ersten Mal zu sehen sein, die spätestens bei Olympia 2010 in der Weltspitze angekommen sein soll. "Bei den Spielen in Vancouver wollen wir Medaillen holen. Das ist ein realistisches Ziel", erklärte Behle am Dienstag im Düsseldorfer Rathaus.
Zudem lobte er das Team um den finnischen Trainer Ismo Hämälainen. "Die neun Sportler ziehen toll mit. Die Gruppe ist sehr motiviert. Der Trainer bringt neue Ideen ein und bietet so einen Anreiz für die jungen Athleten", sagte der Bundestrainer. "In Düsseldorf wollen wir zumindest den einen oder anderen Läufer ins Finale bringen."
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