Pferdesport: Starke will Titel Nummer sechs
VON DANIEL DELIUS - zuletzt aktualisiert: 31.07.2010 - 12:16Sonntag (13.30 Uhr) geht es auf der Grafenberger Galopprennbahn heiß her: Beim Henkel-Renntag, mit der 152. Auflage des Großen Preises der Diana treten die schnellsten fünfzehn drei Jahre alten Vollblutstuten Deutschlands gegen Hibaayeb an, eine Stute im Besitz von Scheich Mohammed Al Maktoum aus Dubai. Ein Zehntel des Preisgeldes von 400 000 Euro hat sich der Scheich die Nachmeldung seiner Stute kosten lassen – da ist die Favoritenrolle klar verteilt.
Die Bodenverhältnisse könnten allerdings der Konkurrenz zu Pass kommen, denn Hibaayeb, die der in England lebende italienische Starjockey Frankie Dettori reitet, mag es nämlich gerne trocken unter den Hufen und davon konnte zumindest gestern in Grafenberg nicht die Rede sein. Bei ähnlichen Bedingungen hat sie in Irland unlängst versagt, bessere Leistungen zeigte sie nur auf schneller Bahn. Die Chancen der einheimischen Stuten sind also so schlecht nicht, zumal der winkelige Grafenberger Kurs ohnehin seine eigenen Gesetze hat. "Es kommt sehr auf den Rennverlauf an, auch auf die Startnummer", sagt Torsten Mundry, Trainer in Warendorf und selbst mit drei Pferden dabei. Wenn es danach geht, kann für den Gast wieder ein Minuspunkt notiert werden: Hibaayeb wird das Rennen aus Startbox 16 aufnehmen, ganz an der Außenseite, von wo man manchen Meter mehr galoppieren muss als die Konkurrenz.
Diese konzentriert sich im Wesentlichen auf drei Trainer: Mundry, Andreas Wöhler aus Gütersloh, wie sein Kollege dreifach vertreten, und den Kölner Peter Schiergen, der gar sechs Stuten in der "Diana" laufen lässt. Der sieht die Angelegenheit wie stets sehr gelassen, war noch gestern im Harz, wo er im Rahmen der dortigen Rennwoche bei einem Prominententurnier den Golfschläger schwang. "Im letzten Flight, damit ich den Betrieb nicht so aufhalte", gibt er zu. Denn vorerst ist das Trainieren von Rennpferden eher sein Ding. "Alle sind gut drauf", vermeldet er, "natürlich spielen auch für meine Pferde die Bodenverhältnisse eine Rolle. Für Saldennähe wäre der Boden derzeit perfekt, Nicea etwa mag auch eher trockenes Geläuf." Seine Favoritin ist jedoch Elle Shadow, "die ja nun schon mehrfach bewiesen hat, dass sie zu den besten deutschen Stuten gehört", so Schiergen.
Das sieht auch sein Stalljockey Andrasch Starke so, der sich aus dem Sextett seines Arbeitgebers für dieses Pferd entschieden hat. Immerhin hat er den Preis der Diana schon fünfmal gewonnen. Ob es auch bei der 152. Auflage klappt?
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