Tischtennis: Süß im Viertelfinale gegen Boll ohne Chance
VON FRIEDHELM KÖRNER - zuletzt aktualisiert: 08.02.2010 - 13:15Dass er sich erstmals für das Ranglistenturnier Europe Top 12 qualifiziert hat, ist für Christian Süß schon ein großer Erfolg. Glück bringt ihm das Heimspiel im Burg-Wächter Castello jedoch nicht, denn das Los verhindert von vornherein den Einzug ins Halbfinale.
Da hat er gleich im ersten Spiel gegen Vladimir Samsonov anzutreten; die Nummer sechs der Weltrangliste ist nach wie vor zu stark für den Düsseldorfer, der in 1:4 Sätzen unterliegt. Der folgende Sieg über den schon 43 Jahre alten Schweden Jörgen Persson kann Süß auch nicht recht glücklich machen, denn als Gruppenzweiter hat er im Viertelfinale gegen Timo Boll anzutreten. Den zweiten im Zwölferfeld, gegen den er nur eine minimale Siegchance hat. Diese Konstellation können sich Borussias Klubkollegen nicht wünschen.
So kommt, was kommen muss: Auf dem Weg zu seinem fünften Top-12-Triumph entscheidet Boll die Partie gegen seinen Vereinskameraden und Doppelpartner souverän in 4:1 Sätzen für sich. Großen Spaß macht ihm der Sieg in einem Spiel, das in der Halle keine prickelnde Stimmung aufkommen lässt, freilich nicht. "Da zeigt man nach Ballwechseln nicht so seine Freude, und man feuert sich nicht so emotional an wie sonst", sagt Boll. Trotzdem ist er wie immer motiviert. "Gerade gegen die Deutschen will man gewinnen und seinen Platz behaupten", sagt er.
Süß, derzeit Ranglistenzehnter in Europa, macht aus seiner Enttäuschung keinen Hehl. "Ich habe es heute nicht geschafft, mein bestes Tischtennis abzurufen", findet der 24-Jährige. "Da hätte ich es auch gegen jeden anderen Gegner schwer gehabt, und ich bin verdient ausgeschieden. Ich habe viel zu sehr mit mir selbst gehadert, weil ich nicht zufrieden war mit meinem Spiel." Dass Boll ihn im Vorfeld des Turniers sogar einen Geheimfavoriten genannt hat, empfindet er als "eine große Ehre".
Dem wirklichen Kräfteverhältnis zwischen den Klubkollegen entspricht die Einschätzung eher nicht. "Sicherlich ist Christian einer, der an Timo kratzen kann", betont Borussias Manager Andreas Preuß. "Aber Timo ist nun einmal in Europa die Nummer eins, und da ist noch ein Abstand." Ein Leistungsunterschied, der nach wie vor auch zwischen Boll und Dimitri Ovtcharov besteht. Der nun im belgischen Charleroi tätige ehemalige Düsseldorfer verlor – unter anderem nach einem Vorrundenerfolg gegen den Griechen Kalinikos Kreanga – das Viertelfinale gegen Österreichs Abwehrspezialisten Chen Weixing in vier Sätzen. Sang- und klanglos.
Süß liegt in der Weltrangliste auf Position 31 und damit 27 Plätze hinter Boll. Er habe das Potenzial, einen Sprung zu machen, glaubt Borussias Ex-Nationalspieler Ralf Wosik (51). "Christian hat nicht mehr die Riesenschwankungen, er kann alle Schläge und spielt auf einem soliden, hohen Niveau.
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