Junioren-Nationalmannschaft: Weltmeister wieder daheim
zuletzt aktualisiert: 22.08.2009 - 11:29Als einziger Bundesligist stellte die HSG zwei Stammspieler für die deutsche Junioren-Nationalmannschaft, die in Ägypten den Titel holte: Max Weiß und Andrej Kogut, der zudem zum besten Spielmacher gewählt wurde.
Max Weiß sieht ein wenig verändert aus. Die blonde Mähne ist ab. Der Kreisläufer des Handball-Bundesligisten HSG erklärt: „Wir haben vorher mit zwei, drei Spielern ausgemacht, dass wir uns die Haare abrasieren, wenn es mit dem Titel klappt. Das zeigt wahrscheinlich am Besten, dass wir nicht wirklich damit gerechnet haben.“ Doch nun ist der 20-Jährige frisch gebackener Junioren-Weltmeister und für die Goldmedaille bei den Spielen in Ägypten musste er ein paar Haare lassen. „So ein kleines Opfer muss sein“, schmunzelt Weiß.
"Das war nahezu perfekt"
Verschont wurde dagegen sein Teamkollege Andrej Kogut, dessen Haarpracht immer noch locker in den Nacken fällt. „Mich hätte es wahrscheinlich auch erwischt, wenn ich nicht drei Stunden bei der Dopingkontrolle hätte warten müssen. Das war eine Frechheit, weil die anderen schon feiern durften“, meint Kogut. Dabei war er einer der Garanten für den WM-Titel: Der Aufbauspieler glänzte mit klugen Pässen und erzielte selbst noch 34 Treffer in zehn Spielen. Damit wurde der 21-Jährige nicht nur drittbester Werfer seines Teams, sondern auch zum besten Spielmacher des Turniers gewählt. „Das bedeutet mir sehr viel. Ich hatte mich schon riesig über die Goldmedaille gefreut, aber als mein Name da genannt wurde, wurde das alles nochmal getoppt“, beschreibt Kogut, schiebt seinen Erfolg aber gleich auf die ganze Mannschaft: „Das war nahezu perfekt, was alle im Finale abgeliefert haben.“
Der Weg bis dahin war nicht einfach: Die Auftaktniederlage gegen Argentinien steckte das deutsche Team zwar weg, doch anschließend gab es viele enge Spiele, unter anderem gegen den Gastgeber, dessen Fans unter den 17000 Zuschauern das deutsche Team nach dessen Sieg auspfiffen und mit Flaschen bewarfen. Weitere Probleme in Ägypten: „Mit dem Essen war es schon sehr schwierig“, meint Kogut, der wie Max Weiß „etwa drei Kilo“ verloren hat und nach den wenig ausgewogenen Mahlzeiten auch mit Magen-Darm-Erkrankungen zu kämpfen hatte.
„Aber wir haben uns davon nicht ablenken lassen und das war unser Plus“, sagt Kogut, der glaubt, dass ihm die „Riesen-Erfahrung“, die er bei der Nationalmannschaft sammelte, für sein Spiel bei der HSG helfen wird. Von den Strapazen mit zehn Spielen in 13 Tagen dürfen sich die beiden Junioren-Weltmeister an diesem Wochenende erholen. Doch bereits am Montag steigen Kogut und Weiß wieder ins Training mit der HSG ein, die gestern Abend zum Auftakt des Spielothek-Cup gegen den Bundesligisten TuS Nettelstedt-Lübbecke 29:33 verlor. „Wir sind jung und können schnell regenerieren“, sagt Kogut. Bis die Haare von Max Weiß wieder gewachsen sind, wird es sicher länger dauern.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum




