"i-Tüpfelchen" für den Ehrenhof-Komplex: Tonhalle
zuletzt aktualisiert: 06.12.2004 - 12:06Die Tonhalle liegt etwas abseits des Ehrenhof-Geländes, gehört aber trotzdem dazu. Der Architekt Wilhelm Kreis hatte sie 1926 als Abschluss und "i-Tüpfelchen" für den Ehrenhof-Komplex geplant. Damals gab es auch die trennende Öderallee noch nicht. "Sieht aus wie ein Planetarium", wundert sich so mancher. Und sei bestätigt: Sie war auch mal eins, bevor die Emissionen des Industriezeitalters die Atmosphäre hier so weit getrübt hatten, dass die Astronomen nichts mehr sehen konnten.
1978 wurde das Planetarium dann von Helmut Hentrich zur Konzerthalle umgebaut und ist seitdem Sitz der Düsseldorfer Symphoniker. An die Zeiten davor erinnern noch die Skulpturen, mit denen der Architekt das Planetarium schmückte, etwa die "Planetengruppe" vor dem Gebäude (für Nicht-Eingeweihte allerdings nicht leicht zu erkennen: Das Pärchen auf dem Sockel vor der Tonhalle sind Venus und Mars).
Im Ehrenhof, wo heute die Tonhalle mit ihrer beeindruckenden Kuppel steht, war früher die alte Rheinhalle, die zu einer Reihe von Gebäuden für Ausstellungen und Veranstaltungen gehörte. Dort wo die Tonhalle früher stand, steht jetzt ein Gebäude des Karstadt-Konzerns, nur die Tonhallenstraße erinnert an das alte Düsseldorfer Konzerthaus. Die Zerstörung des alten Konzerthauses durch den zweiten Weltkrieg hatte den Umzug notwendig gemacht. Aber die Stadt brauchte 35 Jahre nach der Zerstörung, bis wieder ein neues Haus für die Musik entstand.
Der Architektur Professor Hentrich brachte den Umbau der Rheinhalle ins Gespräch. Viele Jahre dauerte es, bis sich die Stadt darauf einigte, die Tonhalle in die alte Rheinhalle zu beheimaten. So wurde die gesamte Außenfassade restauriert, schadhafte Stellen ausgebessert und die Kuppel auf die alte Höhe von 1926 gebracht. Sie bleibt im Innenraum sichtbar. Luthers blaues Reflexionsobjekt mit 21 langsam kreisenden Hohlspiegeln und Projektoren ist in der Mitte angebracht. Diese Lichtkunst verwandelt die Tonhalle zu einem musikalischen Planetarium.
Seitdem haben alle großen Musiker und Ensembles die Tonhalle besucht: Herbert von Karajan, Leonhard Bernstein, die Berliner und die Wiener Philharmoniker, Stars wie Anne-Sophie Mutter, Montserrat Caballé und Mstislaw Rostropowitsch, um nur einige zu nennen. So berühmt die Künstler, so namhaft sind die Generalmusikdirektorden, die in den letzten 25 Jahren die Macht am Dirigentenpult hatten. Bernhard Klee ließ das Orchester als erster nach seinem Stab spielen, es folgten Heinrich Hollreiser, Rafael Frühbeck de Burgos, heute ist es der New Yorker John Fiore.
Auch die Innenräume der Tonhalle sind mit sehenswerten Kunstobjekten gespickt. Sie können nach vorheriger Anmeldung im Rahmen eines "Tonhallen-Rundgangs" in Begleitung eines Führers besichtigt werden.
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