Pempelfort: Bunte Stelen als Lebenszeichen
VON JULIA BRABECK - zuletzt aktualisiert: 10.02.2012Pempelfort (RP). Die Düsseldorfer Künstlerin Chantal Stiller ist viel gereist. Sie war beispielsweise in der Türkei, in Schottland, Bosnien und Israel. Aber nicht Strand oder Berge standen auf ihrer Route, sondern Orte, um die andere Urlauber einen Bogen machen. Stiller hat Friedhöfe aufgesucht, auf denen Menschen unterschiedlicher Religionen beerdigt wurden. Diese Anlagen haben die Künstlerin fasziniert und ihre neuesten Arbeiten beeinflusst. Allerdings hat Chantal Stiller nicht die Themen Tod oder Trauer aufgegriffen, sondern die Grabsteine selbst als Inspiration genutzt.
Nachwuchs der Kunst
Die HWL-Galerie besteht seit fast 15 Jahren und stellte von Anfang an oft Künstler aus der Düsseldorfer Kunstakademie vor.
Die von der Galerie vertretenen Künstler sind im weitesten Sinne der Malerei zugewandt. Entscheidend für die Präsentation in der HWL-Galerie ist nicht nur eine spezielle Richtung oder Schule, sondern auch der persönliche Stil des Künstlers. Zusätzlich zur Malerei gehörten von Anfang an zum Profil der Galerie Ausstellungen mit Grafik, Objekten und die Anregung zu einer Künstler-Edition in kleiner Auflage.
Weitere Infos gibt es unter Telefon 906910 oder im Internet.
Bilder enthalten Inschriften
"Ich sehe einen Friedhof als Einheit, als ein eigenständiges Kunstwerk. Ich wollte die Form der Grabstelen aufgreifen und sie für meine Werke nutzen", sagt die Künstlerin. Entstanden sind auf diese Weise einige Arbeiten, die sie "farbenfrohe Lebenszeichen" nennt: bis zu 1,50 Meter lange, mit Pappe beklebte schmale Holzbretter. In die Pappe hat Stiller kleine Fenster eingeritzt, die wie Passepartouts wirken. In diese wiederum fügte Stiller bunte Bilder und Zeichen ein, und alles zusammen soll wie eine Erzählung erscheinen. Diese Bilder bestehen beispielsweise aus Inschriften oder Gedichten oder bunten Werken aus Acryl.
Ihre in den vergangenen zwei Jahren entstandenen Werke zeigt Stiller nun in der HWL-Galerie. Bereits zum dritten Mal darf sie in dem kleinen Kunstraum ausstellen. Galerist Klaus-Peter Pfeiffer schätzt Stillers Arbeiten. "Ich interessiere mich sehr für Kunstwerke, in denen die Malerei eine Verbindung mit anderen Künsten eingeht", sagt er. "Die Verbindung von Literatur und Malerei in den Werken von Chantal Stiller finde ich deshalb sehr faszinierend." Er möchte auch jungen Sammlern eine Chance bieten, Kunstwerke zu erwerben. Deshalb bringt er nach Möglichkeit immer eine kleine Kunst-Edition passend zur Ausstellung heraus. Diesmal hat Chantal Stiller dafür kleine Leporellos entworfen. Diese enthalten Abbildungen ihrer Werkserie "Die Freunde". Dabei handelt es sich um verschiedene Farbholzdrucke auf Texten. "Jedes Werk ist anders", betont Stiller.
Sie lässt sich bei ihren Arbeiten stets von der Fantasie leiten. Auch ihre Landschaftsdarstellungen keine reale Gegend ab, sondern geben die verschiedenen Eindrücke wieder, welche die Malerin auf ihren Reisen gesammelt hat. "Die ,Lebenszeichen' sind eine Weiterentwicklung meiner Künstlerbücher, die ich vorher geschaffen habe", sagt die 63-Jährige. Die aktuellen Exponate markieren somit eine Wegstrecke, eine Schaffensphase der Künstlerin.
Die Ausstellung "Lebenszeichen" von Chantal Stiller ist noch bis zum 24. Februar in der "HWL Galerie" an der Düsselthaler Straße 8 zu sehen. Gezeigt werden die bunten Holzstelen sowie Frauenporträts und Holzdrucke. Die Öffnungszeiten sind montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr.
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