Wersten: Beschlossen: Kaiser's geht
VON EMILY SENF - zuletzt aktualisiert: 31.07.2012Wersten (RP). Auch eine Unterschriftenaktion konnte die Kaiser's-Filiale am Werstener Feld nicht retten.
Jetzt ist alles vorbei. Dieser Gedanke kam Ernst Göbel gestern morgen, nachdem er das Telefonat mit einem Sprecher des Lebensmittelmarktes Kaiser's Tengelmann beendet hatte. Mit einer von ihm und Gerhard Lambertz initiierten Unterschriftenaktion hatte der 63-Jährige vor wenigen Wochen die geplante Schließung der Kaiser's-Filiale am Werstener Feld zu verhindern versucht. Gestern morgen kam dann die Absage: "Es ist wohl beschlossene Sache, dass der Markt in Wersten nicht erhalten wird", berichtete Göbel kurze Zeit später gegenüber der RP.
Den Grund für den Beschluss hält Lambertz für wenig glaubhaft: Das Ladenlokal sei zu klein. "Erst ab einer Fläche von 1000 Quadratmeter würde das Unternehmen investieren, weil es sich dann erst für sie lohnen würde", sagte der 67-Jährige. Das aber würde wiederum eine Schließung der nur wenige Hundert Meter entfernten Kaiser's-Filiale an der Kölner Landstraße nach sich ziehen.
650 Unterschriften gesammelt
Etwa 500 Unterschriften hatten die beiden Herren dem Marktbetreiber übergeben. Inzwischen sind weitere 150 hinzugekommen. Bezirkspolitiker Klaus Ringleb (CDU) unterstützte die Aktion von Anfang an und sagte gestern: "Ich finde es gut, dass sie selber aktiv geworden sind." Ansonsten wäre die Schließung vonseiten der Marktbetreiber wahrscheinlich totgeschwiegen worden, mutmaßt er. Auch Bezirksvorsteher Heinz-Leo Schuth (CDU) begrüßt das Engagement, sagt aber: "Nur die wenigsten Unterschriftenaktionen haben auch Erfolg."
Lambertz und Göbel sind deswegen so vehement in ihren Bestrebungen Kaiser's zu halten, weil die Schließung der Filiale ihrer Meinung nach zu einem Versorgungsengpass gerade bei älteren Menschen führen könnte. "Nur die wenigsten hier sind mobil", erklärte Lambertz. Mehrere Geschäfte wie der einzige Metzger in der näheren Umgebung oder auch Schlecker seien bereits geschlossen worden und die nächsten Geschäfte nur mit dem Auto oder der Bahn erreichbar. "Es ist schwierig hier", gab auch Schuth zu.
Mit den Vermietern des Hauses, in dem sich derzeit Kaiser's befindet, und dem daneben, wo bis vor wenigen Monaten noch Schlecker war, habe er schon gesprochen, sagt Göbel: Diese seien bereit, über einen Durchgang nachzudenken, damit das Ladenlokal so vergrößert werden könnte, wie Kaiser's Tengelmann es laut Sprecher haben möchte. "Aber das wollen die Verantwortlichen dort anscheinend auch nicht", sagte Göbel.
Nun hoffen die Werstener auf andere Interessenten. "Bei der Werbegemeinschaft Wir in Wersten und der Industrie- und Handelskammer wird der generelle Leerstand im Stadtteil ein Thema sein", sagte Schuth. Zusätzlich wollen sich Lambertz und Göbel in einem Brief an den Oberbürgermeister wenden.
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