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Hilden: 86 Schüler beurlaubt

VON CHRISTOPH SCHMIDT - zuletzt aktualisiert: 20.04.2007

Düsseldorf (RPO). Nach zwei Masern-Erkrankungen kontrollierten Mitarbeiter des Kreisgesundheitsamtes gestern die Impfausweise der Schüler und Lehrer der städtischen Albert-Schweitzer-Schule.

Der Schüler Angelo Marino aus der Klasse 9c zeigt Gitta Sobottka seinen Impfpass. Die Kinder- und Jugendärztin überprüfte gestern mit ihren Kolleginnen 175 Impfpässe in der Albert-Schweitzer-Schule.   Foto: RPO
Der Schüler Angelo Marino aus der Klasse 9c zeigt Gitta Sobottka seinen Impfpass. Die Kinder- und Jugendärztin überprüfte gestern mit ihren Kolleginnen 175 Impfpässe in der Albert-Schweitzer-Schule. Foto: RPO

86 Schweitzer-Schüler dürfen vorerst nicht mehr am Unterricht teilnehmen. Gitta Sobottka, Kinder- und Jugendärztin des Kreisgesundheitsamtes, beurlaubte diese Jugendlichen bis einschließlich 25. April, weil sie gestern entweder keinen Impfausweis vorlegten oder nicht über einen ausreichenden Impfschutz verfügten. Diese Anordnung stützt sich auf das Infektionsschutzgesetz. „Sie haben aber jederzeit die Möglichkeit, den Impfausweis nachzureichen“, betonte die 43-jährige Fachärztin.

Masern sind gefährlich

Auslöser für die Aktion waren zwei Schweitzer-Schüler, die am 10. und 11. April an Masern erkrankten. Die Inkubationszeit sei erst am 25. April vorbei.

Gemeinsam mit ihren Mitarbeiterinnen Sigrid Neumann und Monika Müller kontrollierte die Medizinerin gestern 257 Schüler. 175 legten einen Impfausweis vor. Bei 30 von ihnen war der Impfschutz „inkomplett“. Sie dürfen aber weiter am Unterricht teilnehmen. Zwei Klassen, die gestern nicht in der Schule waren, werden heute kontrolliert. „Ich bin jetzt 31 Jahre beim Kreis, aber so eine Aktion habe ich noch nie erlebt“, meinte Sigrid Neumann.

Info

Impfschutz überprüfen

Das Gesundheitsamt appelliert an alle Bürger, ihren Impfschutz zu kontrollieren und versäumte Impfungen gegebenenfalls nachzuholen. Die notwendigen Impfungen nehmen die Kinder- und Hausärzte vor.

Bei Fragen steht das Kreisgesundheitsamt unter Tel. 0 21 04 / 99 22 88 zur Verfügung.

Infos gibt’s auch auf der Internet-Seite www.kinderaerzte-im-netz.de

Masern sind gefährlich, deshalb sei das Gesundheitsamt aktiv geworden, erläuterte die Ärztin. Der Virusinfekt könne lebensbedrohliche Komplikationen wie Lungenentzündung und Hirnhautentzündung nach sich ziehen. Im Anfangsstadium seien Masern schwierig zu diagnostizieren, weil sie einer Erkältung ähnelten. Viele junge Kinderärzte hätten Masern selbst noch nie gesehen. „Verrotzt, verheult, verquollen“, das seien typische Kennzeichen für die Erkrankung. Sobottka: „So steht’s im Lehrbuch für Medizinstudenten.“ Sicheren Schutz bieten zwei Masern-Mumps-Röteln-Impfungen. Die zweite Impfung werde häufiger vergessen, könne aber jederzeit nachgeholt werden. Das gelte auch für Erwachsene. Der Impfstoff sei sehr gut verträglich.

Lehrer Martin Paeslack fand keine Masern-Impfung in seinem Impfpass. Seine Mutter konnte ihn aber beruhigen: „Ich hatte 1973 selber Masern und wurde deshalb nicht geimpft.“ Seine Schüler hätten die Kontrolle des Gesundheitsamtes sehr ernst genommen: „Alle hatten ihren Impfpass oder eine Erklärung ihrer Eltern dabei“, freute sich Paeslack.

Tagesgespräch im Unterricht

„Wir haben Biologie-Unterricht ausführlich über die Gefährlichkeit von Masern gesprochen“, berichtete Schülerin Anna Glombek. Sie selbst sei 1994 gegen Masern geimpft worden, stellte die 14-Jährige bei einem Blick in ihren Impfpass fest. Die zweite Masern-Impfung fehlte allerdings bislang: „Darum werde ich mich sofort kümmern.“

Quelle: RP

 
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