Hilden: Abgeordnete: "Bayer schadet Standort NRW"
VON JÜRGEN FISCHER - zuletzt aktualisiert: 13.10.2009Düsseldorf (RPO). Die CDU-Landtagsabgeordneten aus dem Kreis Mettmann werfen dem Chemie-Riesen Bayer Fehler und unprofessionelles Verhalten vor. Bayer selbst sei dafür verantwortlich, dass die entlang der Trasse der CO-Pipeline lebenden Anwohner die Leitung "nicht akzeptieren und niemals akzeptieren werden".
"Augen zu und durch"
In einem geharnischten offenen Brief an Bayer-Chef Werner Wenning nehmen die vier Landtagsabgeordneten der CDU aus dem Kreis Mettmann, Harald Giebels, Hans Dieter Clauser, Wilhelm Droste und Marc Ratajczak jetzt Stellung und verwahren sich gleichzeitig gegen den Vorwurf einer von Wenning beklagten "wachsenden Industriefeindlichkeit".
Die Abgeordneten nennen als einen Grund für die fehlende Akzeptanz "unterlassene Informationen" und eine für einen Weltkonzern wie Bayer "unprofessionell wirkende Kommunikation".
Trotz des erkennbaren Widerstandes der Bevölkerung und der Politik fehle jegliches Entgegenkommen des Konzerns, um konstruktive Lösungsvorschläge zu suchen. Die Devise von Bayer sei offensichtlich "Augen zu und durch". Die Abgeordneten hätten immer wieder Anstrengungen unternommen, um die Ängste und Nöte der betroffenen Menschen deutlich zu machen.
Nicht ausreichend informiert
Bayer-Chef Wenning scheine über den Sachverhalt nicht ausreichend informiert, so die CDU-Abgeordenten. Anders sei seine Aussage nicht zu verstehen, dass nur "kleine lokale Gruppen und Kommunalpolitiker" besorgt seien. Die Landespolitiker halten in ihrem Schreiben dagegen, dass nicht nur alle zehn Bürgermeister aller kreisangehörigen Städte, der Landrat und alle Landtagsabgeordneten aus dem Kreis dieser "falschen Behauptung" entgegenstehen, sondern darüber hinaus inzwischen 103 000 Bürger, die mit ihrer Unterschrift ihre Ablehnung der Giftgas-Pipeline dokumentiert haben. Damit hätten bereits annähernd so viele Menschen gegen die Kohlenmonoxid-Leitung unterschrieben, wie der Bayer-Konzern Mitarbeiter habe. Bürger und Politik im Kreis Mettmann stünden geschlossen und mit großem Engagement gegen die Inbetriebnahme der CO-Pipeline. Nicht die Bürger und die Politiker aus dem Kreis Mettmann würden den Wirtschaftsstandort Nordrhein-Westfalen beschädigen, sondern das "mehr als kritikwürdige Vorgehen Ihres Konzerns". Wenn der Vorstandsvorsitzende andererseits Verlässlichkeit für die Industrie fordere, so befremde dies sehr. Habe doch Bayer "vielfach und wiederholt nachweislich mit Wissen und Wollen gegen Auflagen des Planfeststellungsbeschlusses verstoßen". Die Abgeordneten beziehen dies unter anderem auf die Bauausführung trotz fehlender Kampfmittelfreigabe, auf die Verwendung dünnerer Rohre und schmalerer Schutzmatten.
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