Haan: Abitur: Eltern mit vielen Fragen
VON ANKE REIFFERT - zuletzt aktualisiert: 26.01.2012Haan (RP). Das städtische Gymnasium Haan informierte über das verkürzte Abitur. Viele Mütter und Väter sind noch immer verunsichert, ob ihre Kinder das erhöhte Lern- und Stundenpensum schaffen.
Das auf acht Jahre verkürzte Abitur, einprägsam G8 genannt, beschäftigt auch sieben Jahre nach seiner Einführung Schüler und Eltern. Im kommenden Jahr wird in NRW der erste G8-Jahrgang die Abiturprüfung ablegen. Doch noch immer herrscht bei den Eltern große Verunsicherung, was die größere Stoffdichte und das erhöhte Lern- und Stundenpensum angeht. Das Gymnasium Haan hatte deshalb zu einer Informationsveranstaltung für Eltern von Viert- und Fünftklässlern eingeladen, um ihnen, ohne beschönigende Worte, den Schulalltag zu schildern und im Anschluss drängende Fragen der Eltern zu beantworten. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten:
G 8
2005 im Rahmen einer Schulreform an den Gymnasien in Nordrhein-Westfalen eingeführt.
Bedeutung Hochschulreife in acht statt in neun Jahren.
Warum wurde G8 überhaupt eingeführt? G8 hat zum Ziel, die Ausbildungszeiten zu verkürzen und damit Chancengleichheit zu Bewerbern aus dem Ausland zu schaffen. Für die meisten Länder Europas ist das Abitur nach acht Jahren Realität. Zudem bedeutet G8, durch verlängerte Lebensarbeitszeit, mehr Sicherheit für die Sozialkassen.
Wie ist das mit den stilleren und zurückhaltenderen Kindern? Auch die etwas stilleren Kinder haben mit dem verkürzten Abitur keine größeren Probleme als vorher. Wenn man regelmäßig lernt, ist alles gut zu schaffen und man kann neben der Schule noch ein Privatleben und Hobbys haben. Generell ist der Stundenaufwand um etwa zwei bis fünf Stunden pro Woche höher als beim längeren Abitur. Doch die tatsächliche Stundenzahl ist auch abhängig vom jeweiligen Förderbedarf des einzelnen Schülers.
Haben die Kinder nach einem Auslandsaufenthalt größere Probleme, den Anschluss an ihre alte Klasse zu finden? Die Auslandsaufenthalte sind insgesamt kürzer geworden, wie man am Gymnasium Haan beobachtet hat. Früher gingen mehr Schüler für ein ganzes Jahr in ein anderes Land, heute kommen die meisten Schüler bereits nach einem halben Jahr wieder zurück. Größere Probleme beim Wiedereinstieg gibt es dabei nicht. Es ist aber auch möglich, wenn man dies möchte, die Klasse freiwillig zu wiederholen.
Sind die Schulbücher an die neuen Erfordernisse angepasst? Während es im ersten Jahrgang noch Probleme gibt, weil die Verlage nicht so schnell neue Bücher herausgegeben haben, sind inzwischen durchgehend für alle Klassen aktuelle Bücher verfügbar und angeschafft worden. Auch die Schule kann, durch eine sinnvolle Planung der Stunden und ergänzende Angebote wie Lerncoaching, Arbeitsgemeinschaften und Förderkurse einiges zu einem entspannten Lernalltag beitragen.
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