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Haan: An der Bruchermühle brodelt's

VON STEFANIE MERGEHENN - zuletzt aktualisiert: 21.07.2011

Haan (RP). Vor einem Jahr versperrte Gero Legner Passanten der Bruchermühle den Wanderweg über sein Anwesen. Während die Stadt am Bebauungsplan arbeitet, um den Weg zu öffnen, erwägt Legner eine Dienstaufsichtsbeschwerde.

Für Wanderer und Radfahrer ist an diesem Zaun an der Bruchermühle Schluss: Über das Gelände von Gero Legner dürfen sie weder gehen noch radeln. Ein Umweg ist nötig.   Foto:  Anja Tinter
Für Wanderer und Radfahrer ist an diesem Zaun an der Bruchermühle Schluss: Über das Gelände von Gero Legner dürfen sie weder gehen noch radeln. Ein Umweg ist nötig. Foto: Anja Tinter

Seit einem Jahr müssen Spaziergänger im Ittertal einen Umweg machen: Zwei Zäune samt verschlossener Holztüren versperren ihnen den Weg über den Hof der Bruchermühle, der bislang als Abkürzung genutzt wurde. "Jeder Hausbesitzer hat das Recht, sein Eigentum zu schützen", bekräftigte Gero Legner jetzt noch einmal auf Anfrage der RP seine Abgrenzung gegenüber Wandersleuten, Hundehaltern und Mountainbikern.

Seit Bewohner der angrenzenden Breidenmühle dem Bürgermeister im September letzten Jahres über 3500 Unterschriften zur Wiedereröffnung des Wanderweges an der Bruchermühle übergeben haben und die Bauaufsicht zwei Monate später kontrollierte, ob es auf dem Hof der Legners Verstöße gegen Baubestimmungen im Naturschutzgebiet gebe, scheint es ruhig geworden zu sein im Ittertal. Doch hinter dem laut Legner bereits mehrfach eingetretenen Zaun brodelt es.

Info

Empfohlener Umweg

Wanderern und Radfahrern im Dunstkreis der Bruchermühle wird empfohlen, von der Straße Müllersberg aus zunächst nach rechts in Richtung Süden/Caspersbroich abzubiegen und nach Überqueren der Itter die erste Möglichkeit zu nehmen, in Richtung Osten parallel zu dem gesperrten Abschnitt den Weg fortzusetzen.

Am Schaafenkotten kann der Weg zur Breidenmühle wie bisher fortgesetzt werden. Auch in umgekehrter Richtung muss dieser Weg benutzt werden.

Gegenseitige Schuldzuweisung

Denn der Wahl-Haaner und der Bürgermeister schieben sich immer noch gegenseitig die Schuld für das Scheitern einer auch der Allgemeinheit dienenden Lösung in die Schuhe. Zwar musste Knut vom Bovert einräumen, dass das Verwaltungsgericht Düsseldorf den Eigentümern der Bruchermühle im Dezember 2009 Recht gegeben hat, dass der seit Jahrzehnten als Spazierpfad genutzte Weg durchs Ittertal nie als "öffentlicher Weg" gewidmet worden sei.

Das musste auch Legners Nachbar Alexander Wettschereck erfahren, der für die Anfahrt zu seinem Schaafenkotten im Sommer letzten Jahres eine kostenintensive Nutzungsvereinbarung für sein Notwegerecht unterzeichnen sollte. "Das hat er bis heute nicht getan", erklärt Legners Anwalt Karl-Philipp Biron, der für die nähere Zukunft "neue Entwicklungen und Maßnahmen" ankündigte.

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Planungsamtsleiter Jürgen Rautenberg arbeitet derweil an einem Bebauungsplan, der den Weg durch das Ittertal über das Gelände der Bruchermühle als wichtige Verbindung auch für die Naherholung sichern will und den Ratsmitgliedern in der Oktober-Sitzung vorgelegt werden soll. Die Idee, einen Trampelpfad südlich der Itter zu reaktivieren, könne schon deshalb nur schwer umgesetzt werden, weil dieser auf Solinger Stadtgebiet liege. "Die Stadt Haan", so vom Bovert, "will den alten Rundweg erhalten".

Ein Ansinnen, von dem sich Legner nicht unter Druck setzen lassen will: "Der Bürgermeister hat keine rechtliche Handhabe für die angedrohte Zwangsenteignung", betont der Düsseldorfer Gastronom. Diese Option gebe es lediglich bei öffentlichem Interesse, also beispielsweise bei einer Hauptverkehrsstraße. Er warte bis heute auf "ernstzunehmende Verhandlungsvorschläge".

Doch selbst wenn er, wie im November schon einmal angekündigt, die Mühle an die Stadt verkaufen würde, "kann sie sich das im Nothaushalt doch eh nicht leisten". Stattdessen würden "Steuergelder für einen Bebauungsplan verschwendet, dem ich eh nicht zustimmen werde". Nicht zuletzt nach dem harten Winter, in dem der städtische Räumdienst die Zufahrt seines Anwesens ignoriert habe, erwäge er eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen den Bürgermeister, so Gero Legner.

Quelle: RP


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