Hilden: Ansturm auf neuen ePass
VON D. SCHMIDT-ELMENDORFF - zuletzt aktualisiert: 06.11.2007Düsseldorf (RPO). Dass sie einen Fingerabdruck abgeben müssen, schreckt die meisten Bürger nicht ab. Wird der Pass ausgehändigt, werden die in Hilden gespeicherten Daten automatisch gelöscht.
„Am Freitag hat jemand angerufen, der wollte noch einen alten Pass und auf keinen Fall seinen Fingerabdruck abgeben“, berichtet Norbert Zeller, Teamleiter im Bürgerbüro der Stadt Hilden. Zu spät. Am Mittwoch nach Dienstschluss hatte er die letzten Daten an die Bundesdruckerei gesandt. „Danach war das Zeitfenster zu.“ Zehn Hildener hatten die letzten Tage genutzt, um noch schnell einen Reisepass nach altem Recht zu beantragen.
Biometrisch lesbare Daten
„Aber diejenigen, die sich verweigern, sind immer nur ein geringer Prozentsatz“, weiß Zeller. Dafür erlebte das Bürgerbüro am Tag der Einführung einen regelrechten Ansturm auf die neuen ePässe: „Mit 24 Anträgen mussten wir drei Mal so viele abwickeln wie normal“, sagt er. Wie gehabt muss sich der Antragsteller mit einem geeigneten Dokument identifizieren. „Sonst sind wir die Lücke im System.“
ePass
Bearbeitungsdauer: drei bis vier Wochen
Kosten: 59 Euro, bei Personen unter 24 Jahren: 37,50 Euro.
Gültigkeit: bei Pässen für Personen ab 24 Jahren: zehn Jahre, sechs Jahre bei Personen unter 24
Kinderreisepass: nur bis zwölf Jahre, sechs Jahre gültig, Kosten: 13Euro
Für den ePass der zweiten Generation sind ein Foto und zwei Fingerabdrücke erforderlich. Seit 2005 müssen die Passfotos biometrisch lesbare Daten liefern: Das heißt: Das Gesicht muss frontal aufgenommen, der Blick nach vorn gerichtet sein. Lächeln ist verboten, weil sich dadurch das Dreieck von Nasenspitze und Augen verschiebt. „Es werden uns aber immer noch gerne Bewerbungsfotos oder solche aus jüngeren Jahren vorgelegt“, sagt Zeller. „Wenn sie aber nicht in unsere Biometrie-Schablone passen, müssen wir sie ablehnen.“ Außerdem können seine sieben Mitarbeiter mit ihrer Software prüfen, ob die Datenmenge, Schärfe und Kontraste, ausreichen. Obwohl sie für die Abnahme der Fingerabdrücke keine Schulung erhielten und auch das Software-Update erst am Mittwoch kam, verlief die Premiere am Freitag problemlos. „Die Leute kannten das schon, waren gut informiert“, berichtet Brigitte Füßinger. Der Scanner sagt selber an, ob ein Fingerabdruck seinen Qualitätsansprüchen genügt. Bietet der Zeigefinger keine brauchbaren Daten, müssen der Daumen, der Mittel- und der Ringfinger herhalten. Probleme traten vor allem bei Menschen auf, die im Beruf „richtig anpacken müssen“, oder solchen, die eine Hauterkrankung haben. „Dadurch ist das Antragsverfahren auf jeden Fall zeitaufwändiger geworden“, sagt Zeller.
Drei Wochen Wartezeit
Wenn dem Antragsteller nach drei bis vier Wochen sein ePass ausgehändigt wird, muss er den Empfang mit einer Unterschrift quittieren. Auch die wird gescannt, wodurch dann die „Löschroutine“ der Software aktiviert wird. „Dann sind die Daten nicht mehr zurückholbar“ versichert Zeller. Den Abdruck, der auf dem im Passdeckel verborgenen Chip gespeichert ist, können sich neugierige Bürger dann unter einem Lesegerät anschauen.
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