Hilden: Aus für erfolgreiches Projekt
VON DANIEL OELBRACHT - zuletzt aktualisiert: 13.11.2008Düsseldorf (RPO). Mit einem städteübergreifenden Projekt gelang es drei Bildungsträgern, mehr als 70 Langzeitsarbeitslosen einen festen Job zu vermitteln. Eine Vorgabe aus Berlin lässt dies künftig nicht mehr zu.
Heike Winter (Name von der Redaktion geändert) ist Mitte 20 und leidet seit ihrer Kindheit an Epilepsie. Die allein erziehende Mutter fand aufgrund der Krankheit nie eine Anstellung und hatte sich schon fast damit abgefunden. Anfang 2007 erzählte ihr der Sachbearbeiter bei der Arge ME-Aktiv von einem neuen Qualifizierungsprogramm für Langzeitarbeitslose in Hilden. Nach mehreren Monaten Gruppenarbeit, Beratung, Übungen und Praktikum fand sie schließlich in der Seniorenhilfe eine feste Anstellung im Projekt „Hilfe zuhause“.
Schulen und menschlich begleiten
Heike Winter ist nur ein Beispiel für den Erfolg der städteübergreifenden Stabilisierungs- und Qualifizierungsmaßnahme, die 2006 von der Arge im Kreis Mettmann initiiert wurde. Die Gemeinnützige Jugendwerkstatt Hilden (GJwH), die Gesellschaft gegen Arbeitslosigkeit (GGA) Langenfeld und die gemeinnützigen Seniorendienste der Stadt Hilden schlossen sich im September 2006 zu einem Konsortium zusammen und erhielten den Zuschlag bei der Ausschreibung des Projektes, das sie selbst konzeptionell erarbeitet hatten.
Die Qualifizierung der Langzeitarbeitslosen gliederte sich in drei Sparten: Die GJwH übernahm die Arbeit auf dem kaufmännischen Sektor, die GGA betreute die Arbeitsfelder Metall und Lager, die Seniorendienste kümmerten sich um den Zweig Hotel und Gaststätten. „Den Schwerpunkt unserer Arbeit bildete nicht nur die reine Qualifizierung, sondern auch die sozialpädagogische Betreuung. Wir mussten die zum Teil orientierungslosen Teilnehmer sowohl schulen als auch menschlich begleiten“, fassten Olaf Schüren und Gabriele Dietz (GJwH), Stella Jurisa (Seniorendienste) sowie Silke Milkowitz und Ulrich Moenen (GGA) gestern bei einem Pressegespräch zusammen. Obwohl sich die Gruppenarbeit bewährte, weil gerade so die Teamfähigkeit der Teilnehmer im Alter von Anfang 20 bis Mitte 50 gestärkt wurde, lief das Projekt im September aus. „Das haben wir uns alle nicht gewünscht. Das Bundesministerium für Arbeit schreibt aber seit April eine neue Lesart des Paragrafen vor, der diese Art von Maßnahmen zuvor noch zuließ“, stellte Arge-Mitarbeiter Stephan Drießen mit Bedauern fest.
Keine Begründung
Eine Begründung gab es nicht, die positiven Ergebnisse spielten keine Rolle. „Wir waren gezwungen, wieder zur Tagesordnung überzugehen“, fügte Schüren enttäuscht hinzu. Aufgrund des Erfolgs wollen die beteiligten Bildungsträger und die Arge künftig ähnliche Projekte ins Auge fassen. Anlass zur Hoffnung gibt die Tatsache, dass ab Januar wieder neue gesetzliche Möglichkeiten eröffnet werden.
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