Hilden: Auslauf: Streit um hohen Zaun
VON GÖKÇEN STENZEL - zuletzt aktualisiert: 10.02.2012Hilden (RP). Über stärkere Kontrollen der Anleinpflicht im Stadtwald sprach der Umweltausschuss nur am Rande. Die CDU beantragt, die komplette Freilauf-Fläche einzuzäunen. Der Flugplatz bleibt unangetastet.
Die Anleinpflicht für Hunde besteht zwar seit eineinhalb Jahren. Es hält sich nur kaum jemand daran. So steht es im ersten Zwischenbericht der Verwaltung über den "Leinenzwang", über den der Umweltausschuss gestern zu beraten hatte. Die CDU beantragte, die jetzige komplette Freilauffläche Am Sandberg hoch einzuzäunen, um die Hunde dort "entspannt" laufen und toben zu lassen – und stieß auf Widerstand bei der BA/CDf, die von einer "Verschandelung der Landschaft" sprach. Auch darüber, ob Hunde 100-prozentig im Griff gehalten werden könnten oder nicht, entbrannte ein Streit.
Beide Themen – Anleinpflicht und Freilauffläche – bewegen die Gemüter in Hilden. Im Leserforum der RP äußerten sich Hundehalter, Jogger, Spaziergänger und Familien mit Kleinkindern uneinheitlich. Manche fühlen sich von freilaufenden Hunden gestört, auch wenn von ihnen keine Gefahr ausgeht. Andere verstehen die Aufregung nicht und bevorzugten eine "rheinische Lösung". Oft war zu lesen, dass erzogene Hunde auch frei laufend nicht störten, während in anderen Fällen Jogger durchaus von angeleinten Hunden angefallen worden seien. Schärfere Kontrollen der Anleinpflicht samt höherem Bußgeld – wie in Benrath üblich – wurden von einigen Hildenern begrüßt, von anderen, entsprechend, kategorisch abgelehnt.
Debatte geht weiter
Nun also die Zaun-Idee. "Wir wollen, dass der schon bestehende Zaun auf 1,80 Meter erhöht und die vorhandenen Lücken geschlossen werden", begründete Marion Buschmann von der Union den Antrag. "Das verhindert, dass Hunde über den Zaun springen und auf die Elberfelder Straße laufen oder jagen gehen." Allerdings hänge die CDU nicht zwingend an der Höhe – sondern vor allem an einer Schließung der Lücken, durch die Hunde entweichen können. Der Zugang zur Fläche solle über zwei Schleusen gewährleistet werden.
Sie betonte, dass der derzeit verwaist liegende Segelflugplatz nicht in die Fläche aufgenommen werden soll (siehe Info). Auch dort lassen viele Halter ihre Hunde laufen, obwohl Anleinpflicht besteht, wie Erster Beigeordneter Norbert Danscheidt erinnerte. Dort sollen ebenso wie in den Eingängen zum Stadtwald entsprechende Schilder gestanden haben, "die abmontiert wurden", so Danscheidt.
"Allerdings keineswegs von uns." Für Birgit Behner und die BA/CDf kommt eine Einzäunung hingegen nicht in Frage. In einer solchen Freilauffläche müsse man sich samt Hund vorkommen wie in einem Käfig, von der Verschandelung der Landschaft zu schweigen. Die Freien Liberalen äußerten, die Stadt habe genug für Hunde getan; bei einer komfortableren Fläche würden Hundehalter von auswärts angelockt. Die Anträge liegen jetzt bei den Fraktionen zur Beratung, die Debatte geht weiter.
Jetzt weiterlesen und die Rheinische Post testen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum