Hilden: Bahnhofsviertel kommt voran
zuletzt aktualisiert: 25.05.2010Düsseldorf (RPO). Bürger, Politiker und Verwaltung haben in den vergangenen vier Jahren gemeinsam einen positiven Wandel im problematischsten Hildener Stadtbezirk eingeleitet. Die RP zieht mit Planer Lutz Groll Bilanz.
Vor vier Jahren erarbeitete das Planungsamt gemeinsam mit Anwohnern aus der nördlichen Unterstadt und den Ratsmitgliedern ein Bündel von Verbesserungsvorschlägen für das Bahnhofsviertel. In dieser Zeit ist eine Menge geschehen. RP-Redakteur Christoph Schmidt zieht mit Lutz Groll, Sachgebietsleiter Plaung, eine Zwischenbilanz.
Was war der Ausgangspunkt für den Rahmenplan?
Groll Die nördliche Unterstadt ist aus Sicht des Städtebaus eine der problematischsten Ecken Hildens: viele Altbauten, am dichtesten besiedelt, hoher Anteil von Einwohnern mit Migrationshintergrund. Wir haben eine städtebauliche Voruntersuchung gemacht und die Anwohner nach ihrer Sicht der Dinge gefragt. Zusammen mit dem Stadtentwicklungsausschuss ist daraus eine Prioritätenliste entstanden, die ab 2008 umgesetzt wurde.
Stadtbezirke
Nordstadt Fläche 5,5 Quadratkilometer, 3400 Einwohner je Quadratkilometer.
Stadtwald Fläche 4,8 Quadratkilometer, 23 Einwohner je Quadratkilometer.
Oststadt Fläche 3,1 Quadratkilometer, 2100 Einwohner je Quadratkilometer.
Südstadt Fläche 3,6 Quadratkilometer, 4500 Einwohner je Quadratkilometer.
Weststadt Fläche 6,6 Quadratkilometer, 437 Einwohner je Quadratkilometer.
Innenstadt Fläche 2,2 Quadratkilometer, 5200 Einwohner je Quadratkilometer.
Quelle Statisches Jahrbuch Stadt Hilden, Stand Ende 2007.
Was ist denn konkret verändert worden?
Groll Sichtbarstes Zeichen der Veränderung ist sicherlich die Sanierung des maroden Bahnhofsgebäudes für 3,4 Millionen Euro, die im Juni vergangenen Jahres abgeschlossen wurde. In der vergangenen Woche wurde auch der Bahnhofsvorplatz für 500 000 Euro umgestaltet. Das hat das ganze Bahnhofsviertel sichtbar aufgewertet.
Hat sich beim Verkehr auch etwas getan?
Groll Am Güterbahnhof sitzt ein Schrotthandel. Der Betrieb hat Bestandsschutz. Schwere Laster fuhren das Betriebsgelände über die Bahnhofsallee an. Inzwischen hat die Firma eine neue Zufahrt von der Ellerstraße aus erhalten. Das reduziert die Verkehrsbelastung auf der Bahnhofsallee. Auf dem Gelände des Güterbahnhofs selbst entsteht ein neues Gewerbegebiet mit nichtstörendem Gewerbe.
An der Ecke Benrather Straße/Poststraße sind Bagger am Werk. Was tut sich da?
Groll Auf dem städtischen Grundstück wird ein Gebäude abgerissen, dass bis zu einem Brand von ausländischen Vereinen genutzt wurde. Dort entsteht eine neue Zufahrt zu dem privaten Garagenhof hinter dem Fabry-Museum. Bislang mussten die Nutzer dorthin über den Museumshof fahren. Der soll jetzt von Verkehr entlastet werden. Auch das war eine beschlossene Maßnahme aus dem städtebaulichen Rahmenplan.
Was ist mit dem Innenbereich zwischen Benrather Straße, Bahnhofsallee, Feld- und Poststraße?
Groll Für diesen Bereich hat die Verwaltung eine Schließung der Randbebauung und eine neue Innenbebauung auf lange Sicht geplant. Im Fachausschuss stießen die Vorschläge auf Zustimmung. Wir werden demnächst zu einer Bürgeranhörung einladen und dort mit den Anwohnern verschiedene Alternativen diskutieren. Daraus wird ein mit den Bürgern abgestimmtes Konzept entwickelt, das wir dann im Fachausschuss vorstellen. Wichtig ist die Reihenfolge: Wir reden erst mit den Bürgern, nehmen ihre Vorschläge und Bedenken auf, dann entsteht daraus ein Konzept für den Fachausschuss.
Im Rahmenplan war auch vorgesehen, die Grünfläche Ecke Poststraße/Feldstraße umzugestalten.
Groll Das ist erst vorgesehen, wenn ein Bauprojekt gegenüber an der Ecke Feldstraße/Kölner Straße realisiert ist. Dort ist ein großes Mehrfamilienhaus geplant. Es gibt aber noch keinen konkreten Bauentwurf. Der Stadtentwicklungsausschuss räumt dieser Maßnahme nur eine geringe Priorität ein.
Die RP hat vom Eigentümer erfahren, dass er das Projekt nicht selbst realisieren, sondern sich ganz auf den neuen Reichshof konzentrieren will. Es gebe einen Kaufinteressenten.
Groll Ja, das ist der Verwaltung bekannt. Auch der neue Eigentümer will dort Wohnungen bauen. Erst nach der Bebauung wird der Stadtentwicklungsausschuss befragt, ob wir uns mit der Umgestaltung der Grünanlage beschäftigen sollen. Ich denke, das wird noch dauern.
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