Gruiten: Bauarbeiten im Kindergarten
VON RALF GERAEDTS - zuletzt aktualisiert: 11.11.2011Gruiten (RP). Bis zum Jahresende entstehen im Waldorf-Kindergarten Gruiten sechs Plätze für Kinder unter drei Jahren. Das Bauprojekt wird aus Sondermitteln des Landes finanziert. Für die Realisierung gibt es nur drei Monate Zeit.
Im Sommer 2012 richtet der Waldorfkindergarten Gruiten sechs Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren offiziell ein. Schon jetzt gibt es fast viermal mehr Bewerbungen. Eva Fritschi, Leiterin der Einrichtung, und Geschäftsführerin Petra Hanten-Dang arbeiten gerade Kriterien aus, nach denen die Plätze vergeben werden.
Momentan herrschen die Handwerker in dem Kindergarten an der Parkstraße. Bei laufendem Betrieb werden die Räumlichkeiten den künftig neuen Anforderungen angepasst. So wird der frühere Personalraum zum Schlafraum. Der frühere Putzmittelraum wird bald Wickelecke sein. Wo früher im Keller Gartengeräte lagerten, wird bald ein neuer Personalraum sein. Dafür schnitten Arbeiter mit Betonsägen eine Fensteröffnung in die Souterrain-Wand. Die Spielgeräte lagern jetzt in einem hölzernen Gartenhaus. Zwischen Gruppen- und künftigem Schlagraum weht noch eine Gardine – die bestellte Tür ist noch nicht geliefert.
Waldorf-Kindergarten
Beginn 1992 in einem Haus am Alten Kirchplatz.
Der Neubau, Parkstraße 29, wurde 1997 fertiggestellt.
In zwei Gruppen werden derzeit 45 Kinder betreut.
Leiterin Eva Fritschi gehörte schon am Kirchplatz zum Team.
In der Villa Federleicht an der Friedrichstraße in Haan gibt es acht U3-Plätze, die ebenfalls ausgebucht sind.
Träger war schnell und flexibel
Eine Woche der Herbstferien blieb der Kindergarten geschlossen – an diesen Tagen wurden Bagger und Abbrucharbeiten erledigt. Jetzt musste zwei Tage die Heizung ausgeschaltet bleiben – während die Kinder an einem Tag wanderten und am zweiten Tag die Wärme der Kaminöfen in den Gruppenräumen genossen, musste Petra Hanten-Dang im Büro frösteln.
Im September erfuhr der Waldorf-Kindergarten, dass er sein schon seit 2009 geplantes und beantragtes Projekt jetzt abwickeln könne. Allerdings unter zwei Bedingungen: Das Budget musste um 20 000 Euro gekürzt werden und die Maßnahme bis zum Jahresende abgewickelt sein. Ansonsten hätten die Landesmittel aus dem Sonderprogramm nicht genutzt werden können. Ohne finanzielle Hilfe der Stadt wäre die Finanzierung nicht möglich. 20 000 Euro will die Kommune übernehmen. Ob sie das auch darf, wird derzeit von der Kommunalaufsicht geprüft.
Probleme bei der Finanzierung
Alle Einrichtungen, weiß Eva Fritschi, haben Probleme mit der Finanzierung nach den "KiBiz"-Regeln. Früher wurden gemeldete Betriebskosten erstattet. Heute gibt es nur noch Pro-Kopf-Pauschalen. Das Geld reicht vor allem dann nicht, wenn diensterfahrene und qualifizierte Kräfte beschäftigt werden. Beim Waldorfkindergarten wurde die Finanzdecke so eng, dass alle sechs Mitarbeiter auf Teilzeit gesetzt wurden. Sie verzichten auf ein Fünftel ihres Weihnachtsgeldes. Zusätzlich wurden die Elternbeiträge von 30 auf 50 Euro angehoben. Wenn der Förderverein nicht manche Erzieherinnen-Stunde sponsern würde, könnte die Förderung angehender Schulkinder nicht mehr geleistet werden, beschreibt Fritschi die Lage.
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