Hilden: Baustopp verhängt: Streit um CO-Pipeline
zuletzt aktualisiert: 03.09.2010Düsseldorf (RPO). Die Düsseldorfer Bezirksregierung hat die aktuellen Bauarbeiten (wir berichteten) an der in der Region umstrittenen CO-Pipeline des Bayer-Konzerns vorübergehend gestoppt. Bayer Material Science (BMS) als künftiger Betreiber muss zunächst einen Katalog mit 25 Fragen abarbeiten, bevor die von dem Konzern als völlig unspektakulär eingestuften Nachbesserungsarbeiten fortgesetzt werden können. Bei diesen Arbeiten geht es nach Angaben des Unternehmens vor allem um Nachbesserungen an der dem Korrosionsschutz dienenden Kunststoff-Ummantelung einiger weniger Rohre. Mindestens drei kurze Abschnitte im südlichen Kreis Mettmann sollen betroffen sein, einer davon an der Beckersheide in Hilden. Dort hat die Baufirma ein etwa zehn Meter langes Rohrstück aus dem Boden entfernt und auf einem Erdhügel gelagert. An ihm sind zwei Stellen auffällig, an denen der Mantel der Pipeline offenbar repariert worden ist. "So dilettantisch flickt man nicht einmal einen Fahrradschlauch. Der Flicken steht ja an einer Stelle hoch", sagt Wilfried Korntheuer, der die RP auf die aufgerissene Baustelle parallel zur A 3 aufmerksam gemacht hatte.
Nach Auffassung der Gegner bestätigt die aktuelle Entwicklung eine nunmehr seit drei Jahren zu beobachtende "Unzuverlässigkeit" beim Umgang mit der Leitung. Wieder einmal müsse Bayer Mängel an der Röhre zugeben, sagt Dieter Donner, Koordinator der Initiativen im Kreis Mettmann: "Arbeiten Bayer und die von Bayer beauftragten Firmen immer so dilettantisch oder nur an der CO-Pipeline, wo künftig extrem giftiges Gas nur wenige Meter an Schulen, Kindergärten, Krankenhäusern und an den Gärten von Bürgern entlang strömen soll?" Dass die neue Regierungspräsidentin Anne Lütkes den vorläufigen Baustopp verhängt hat, wertet Donner als Beleg dafür, "dass sie im Gegensatz zu Herrn Büssow die Nachfragen und Einwände der Pipeline-Gegner ernst nimmt".
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