Hilden: „Musik braucht keine Worte“
VON ASTRID SCHOENE - zuletzt aktualisiert: 22.07.2008Düsseldorf (RPO). Porträt Vor 20 Jahren hatte Haruko Takata die Idee zu einem deutsch-japanischen Austausch. Nun gibt das „Petit à Petit“-Orchester aus Kobe gemeinsam mit der Musikschule Hilden ein großes Konzert.
„Ohne Liebe geht so etwas nicht“, sagt die japanische Musiklehrerin Haruko Takata lächelnd. Und so investiert sie seit 20 Jahren in ihr deutsch-japanisches Austausch-Projekt auch viel Herz und Gefühl. 1988 organisierte Haruko Takata die erste Reise in ihre japanische Heimatstadt Kobe. Eingeladen war ein Klavierquintett der Musikschule Hilden bei dem Kobener Mädchen- und Knabenorchester. Es war der Beginn einer langen japanisch-deutschen Freundschaft, die am 25. August durch ein Jubiläumskonzert gekrönt wird. „Ich bin damals nach Deutschland gekommen und konnte hier in der Musikschule unterrichten. Dafür wollte ich mich irgendwie bedanken. So entstand die Idee, junge Musiker aus unseren beiden Kulturen zusammenzubringen. Und für mich war das auch ein kleiner Beitrag zum Frieden“, erzählt die Japanerin.
Konzert im August
Anlass 20 Jahre deutsch-japanische Partnerschaft zwischen der Musikschule Hilden und einem Jugendorchester von Kobe.
Organisation Haruko Takata, Lehrerin der Musikschule Hilden, organisierte 1988 die erste Reise nach Kobe.
Jubiläumskonzert am 25. August, 19 Uhr, im Dietrich Bonhoeffer-Gymnasium. Es spielen das „Petit à Petit“ Kobe und die Sinfonietta der Musikschule Hilden.
Begeisterung und Skepsis
Die so sanft wie lebhaft wirkende Pianistin und Geigerin strahlt, als sie von den Anfängen erzählt. Von der Begeisterung, aber auch der Skepsis, die sie erfuhr. Von den engagierten Menschen der Musikschule, des Fördervereins und des Kulturamtes, die ihr halfen, das Vorhaben zu realisieren. Haruko Takata, Dozentin der Hildener Musikschule, knüpfte damals viele Verbindungen, auch zu Herrn Shiozaki, der das Knaben- und Mädchenorchester in Kobe dirigierte. Das reiste im Sommer 1989 zum Gegenbesuch in Hilden an.
Wie war das mit der Verständigung? „Musik braucht doch keine Worte. Einfach Augen, Herzen und Hände sprechen lassen. Und Englisch können nun alle“, sagt Haruko Takata. Ob als Orchester, als Oboentrio oder als Gesangsensemble – alle zwei Jahre haben sie sich besucht, geprobt, gespielt und in den Alltag der Gastfamilien hinein geschnuppert „Und natürlich gibt es hier und in Japan immer ein schönes Freizeitprogramm“, berichtet Takata.
Viele private Kontakte
Herzstück des Austauschs in Hilden ist traditionell ein Workshop in der Jugendherberge. Ganz wichtig sei es für sie, betont Takata, dass die Schüler sich vermischen, ob bei Ausflügen oder im Konzertsaal. Über die vielen privaten Kontakte zwischen Kobe und Hilden freut sie sich besonders.
So haben einige ihr elftes Schuljahr in der jeweils anderen Stadt verbracht, einige Kobener Germanistik studiert und einige Hildener Japanologie. Obwohl Haruko Takata 2004 in Pension ging, half und hilft sie immer noch bei dem Projekt weiter. „Und nicht nur, weil der Bürgermeister Scheib mich darum gebeten hat“, betont sie.
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