Hilden: „Obsternte“ hoch zu Ross
VON KLAUS WÜNNENBERG - zuletzt aktualisiert: 15.09.2006Düsseldorf (RPO). Im Rahmen des Hildener Sport- und Bewegungsmodells sind seit den Sommerferien 14 Angebote für rund 280 Kinder entstanden. Voltigieren steht auf dem Stundenplan der Wilhelm-Hüls-Schule.
„Die Longe ist wie ein heißer Draht – bloß nicht berühren“, ruft Voltigier-Trainerin Barbara Hiebsch in die Runde. Und die Kinder der Wilhelm-Hüls-Schule gehorchen, laufen schön aufgereiht neben „Casanova“, der an der langen Leine geführt wird. Das Schulpferd des Hildener Reit- und Fahrvereins ist den Umgang mit Kindern gewohnt. Aufmerksam gehorcht es aufs Wort. Oben auf seinem Rücken gibt sich Lena Sieben ganz locker: Die Achtjährige greift in die Luft und soll „Äpfel pflücken“. Für Lena kein Problem, reitet sie schon zwei Jahren auch noch in ihrer Freizeit.
Größter Fitnesstest
562 Kinder, vor allem Zweitklässler der Grundschulen sowie Schüler der Ferdinand-Lieven-Schule, unterzogen sich im Frühjahr dem bislang größten Fitnesstest.
Ergebnis Gut elf Prozent sind besonders sportlich, 79,6 Prozent Zweitklässler bewegen sich im Normalbereich und weitere neun Prozent der Kinder haben einen Fitness-Nachholbedarf.
Idee begeistert aufgenommen
Jetzt aber ist Schule angesagt, denn die Voltigier-AG wurde vor vier Wochen im Rahmen den Bewegungsförderung der Stadt Hilden aus der Taufe gehoben. „54 Kinder haben sich gemeldet. So mussten wir am Ende die Teilnehmer auslosen“, berichtet Heike Keding, kommissarische Leiterin der Wilhelm-Hüls-Schule. Ihre Idee wurde an ihrer Schule wie auch im Schul- und Sportamt begeistert aufgenommen. „Das ist mal etwas anderes“, sagt Sportkoordinatorin Claudia Wachendorf. Im Rahmen des Hildener Modells sind seit den Sommerferien 14 Sport- und Bewegungsangebote für rund 280 Kinder entstanden. So gibt es neben Voltigieren unter anderem Arbeitsgruppen zu Volleyball, Karate oder auch Cheerleading. Darüber hinaus sind 27 Kinder bei Sportförderprogrammen in Kooperation mit Sportvereinen untergebracht. Wachendorf: „Besonders durch diese Angebote werden bewegungsauffällige und übergewichtige Kinder gefördert und näher beobachtet.“
Familien nehmen Test ernst
Ein weiterer Kurs unter Leitung einer Motopädin startet in der nächsten Woche. „Bis zu zehn Kinder mit motorischen Defiziten sollen dabei wieder Spaß an der Bewegung finden“, erläutert Wachendorf. Vor allem der hohe Zulauf des koordinativ schwachen Kinder – beim Fitnesstest im Frühjahr waren dies etwa neun Prozent der Zweitklässler – zeige, dass die Familien die Testergebnisse ernst nehmen würden.
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