Haan: Begleiter auch an grauen Tagen
VON FABIAN WACHSMUTH - zuletzt aktualisiert: 31.03.2007Düsseldorf (RPO). Die ehrenamtlichen Helfer des „Netzwerks Leben im Alter“ betreuen einmal wöchentlich Demenzkranke und greifen so den Angehörigen unter die Arme. Nun haben die Helfer eine entsprechende Schulung absolviert.
Demenzkranke und ihre Angehörigen durchleben ein ständiges Auf und Ab. Der Verlauf der Krankheit bringt es zumindest in den früheren Stadien mit sich, dass die Betroffenen im steten Wechsel lichte, aber auch verwirrte Momente erleben. Ein ZDF-Fernsehfilm mit Inge Meysel in der Hauptrolle sprach in diesem Zusammenhang von „den blauen und den grauen Tagen“.
Mehr Sicherheit bekommen
Neuerdings sind aber auch die grauen Tage für die Beteiligten nicht mehr ganz so bedrückend: Denn seit September bietet das Haaner „Netzwerk Leben im Alter“ einmal wöchentlich in Form eines Cafés für Demenzkranke eine kleine Entlastung für die Angehörigen an. Um noch besser für die schwierige Betreuung der Erkrankten gerüstet zu sein, absolvierten die zehn ehrenamtlichen Helfer des Netzwerks nun eine insgesamt 30-stündige Schulung.
Demenz-Café
Zeit und Ort Mittwochs, 9-14 Uhr, Haus am Park, Bismarckstraße 12 a.
Adressaten Demenzkranke der ersten und zweiten Pflegestufe, die noch zu Hause leben.
Weitere Informationen unter Tel. 0 21 29 / 34 59 33 (Haus am Park) oder info@netzwerk-lebenimalter.de. Neben zu Betreuenden werden auch weitere Helfer gesucht.
Helferin Elke Scholz zeigte sich beeindruckt von der Professionalität des von der Theodor Fliedner Stiftung gestellten Lehrpersonals: „Die Schulung war so optimal, dass wir jetzt ein ganz anderes Wissen über die Krankheit haben und mehr Sicherheit im Umgang mit ihr bekommen.“
Keine finanziellen Belastungen
Nachdem ihre Kinder größtenteils aus dem Haus sind, hat sie Interesse an der Betreuung Demenzkranker entwickelt. Ein wichtiger Antrieb dabei: „Es macht Freude, die Dankbarkeit der Menschen zu spüren“, wie Scholz erzählt. Wenn sich die Betroffenen oft auch nicht an die Gesichter ihrer Betreuer erinnern, so erkennen sie doch zumindest die Situation – je nach Tagesform – gefühlsmäßig wieder. „Die Angehörigen haben oft Schwierigkeiten, auf ihre demenzkranken Familienmitglieder einzugehen“, berichtet Elke Scholz’ Kollegin Vera Gitzler-Schubert. Sie hätten stets vor Augen, wie die Mutter oder der Vater früher mitten im Leben gestanden habe und könnten sich an die veränderten Umstände nur schwer gewöhnen. Hier greife ihnen das Netzwerk unter die Arme. Die ehrenamtlichen Helfer gehen mit den Erkrankten unter anderem spazieren, singen oder kochen mit ihnen – immer im Rahmen der Möglichkeiten. Bislang sind erst zwei Damen regelmäßige Gäste im Demenz-Café. Dabei haben die Angehörigen keine finanziellen Belastungen zu befürchten: Die Kosten für diese Form der Betreuung, fünf Euro die Stunde, ließen sich bei Vorliegen einer Pflegestufe über das Versorgungsamt erstatten, betont Harlander, deren Seniorenzentrum Friedensheim sich am „Netzwerk Leben im Alter“ beteiligt. Die ehrenamtlichen Helfer wären jedenfalls für jeden weiteren Schützling dankbar, dem sie auch einen grauen Tag wenigstens ein bisschen heller gestalten können. KOMMENTAR
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