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Hilden: Bohrmaschine statt Lehrbuch

VON DANIEL OELBRACHT - zuletzt aktualisiert: 02.02.2008

Düsseldorf (RPO). Vier Schüler der Physik- und Technik-AG des Helmholtz-Gymnasiums arbeiteten einen Tag lang in der Ausbildungswerkstatt von 3M. Beim Schnupperkursus waren ihre handwerklichen Fähigkeiten gefordert.

Ungewohnter Unterricht. Tobias Bach (r.) und Fabian Preiß (Mitte) bohren mit der Bohrmaschine unterschiedliche große und tiefe Löcher in eine Metallplatte. 3M-Azubi Christian Grube (l.) schaut genau zu.  Foto: RPO
Ungewohnter Unterricht. Tobias Bach (r.) und Fabian Preiß (Mitte) bohren mit der Bohrmaschine unterschiedliche große und tiefe Löcher in eine Metallplatte. 3M-Azubi Christian Grube (l.) schaut genau zu. Foto: RPO

Christian Grube war gestern Mittag zufrieden mit seinen Gehilfen Tobias Bach (18) und Fabian Preiß (17). Der 17-Jährige begann selbst erst im August eine Ausbildung zum Industriemechaniker im 3M-Werk Hilden und gab nun im Rahmen eines Schnupperkurses seine Kenntnisse an die zwei Schüler des Helmholtz-Gymnasiums weiter. Auf dem Programm in der Ausbildungswerkstatt stand die Arbeit mit Bohrmaschine, Fräse, an der Drehbank und mit der Feile.

Lob vom Ausbildungsleiter

Im Laufe des Tages entstand so aus mehreren Stücken Metall eine so genannte Vereinzelungsvorrichtung, die den Gymnasiasten deutlich machen sollte, wie große Produktionsmaschinen in der Industrie funktionieren. „Die beiden stellen sich gut an“, stellte Grube fest und fühlte sich zurückversetzt an seinen Ausbildungsbeginn, als ihm die Maschinen und Arbeitsprozesse erklärt wurden. „Es ist nicht alles vollkommen neu für uns, denn wir bringen Erfahrungen aus unserer Physik- und Technik-AG mit. Allerdings arbeitet man hier mit einer viel besseren Ausstattung“, bilanzierten Bach und Preiß angetan.

Info

Schnupperkursus

Motivation Die vier Schüler der neunköpfigen AG stammen aus den Klassen zehn bis zwölf und ließen freiwillig den schulfreien Brückentag sausen.

Programm Arbeitsbeginn war um acht Uhr. Nach der Sicherheitsunterweisung erhielten die Schüler Schutzkleidung und -ausrüstung, bevor es in vier Gruppen an die Maschinen ging.

Abschluss Am Ende gab es eine Nachbesprechung. Die fertigen Werkstücke bekommen einen Ehrenplatz im Physikraum.

Wie genau das Werkstück hieß, das sie da fertigten, wussten sie auch nach einem Blick in die technische Zeichnung nicht. Immerhin konnten sie am Musterexemplar der Vereinzelungsvorrichtung zeigen, wo sich ihr Teil später befinden würde. Ein paar Meter weiter schnitt Jan Hackbarth mit zwei anderen Mitgliedern der AG, Gregor Bretschneider und Thomas Dietz, ein Gewinde in den späteren Auswerfer. „Unsere Azubis geben ihr Wissen an die Schüler weiter. Das ist auch eine gute Methode, um festzustellen, was bei ihnen hängen geblieben ist. Wie sich zeigt, ist das eine Menge“, lobte Ausbildungsleiter Wolfgang Meyhöfer.

Teil der Bildungsinitiative

Auch Physiklehrer Dr. Johann Pleschinger war mit dem etwas anderen Unterricht sehr zufrieden. Für ihn ist der Kursus innerhalb der seit acht Jahren bestehenden 3M-Bildungsinitiative „Unternehmen Schule“ eine wichtige Einrichtung, um die Schüler an die Praxis heranzuführen und ihnen naturwissenschaftliche Fächer schmackhaft zu machen. „Die Mitarbeiter von 3M ermöglichen den Schülern Einblicke in Technologien, die uns nicht zur Verfügung stehen und helfen uns bei Problemen, die wir in der Schulwerkstatt nicht lösen können“, freut sich der Lehrer.

Langfristiges Ziel der Bildungsinitiative ist es, Jugendliche als Nachwuchskräfte für das Ingenieurwesen oder für eine technische Ausbildung zu gewinnen. Für Tobias Bach und Fabian Preiß ist der Ausflug in die Praxis zwar spannend, doch sie wollen später lieber studieren – Physik natürlich.

Quelle: RP

 
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