Hilden: Bombensuche an CO-Pipelinetrasse
zuletzt aktualisiert: 08.02.2011Düsseldorf (RPO). Seit gestern wird wieder im Bereich des Südfriedhofs nach Kampfmitteln an der Trasse der Kohlenmonnoxid-Leitung der Firma Bayer gesucht, teilte die Bezirksregierung in Düsseldorf mit. Die Arbeiten würden etwa zwei Wochen dauern. Im Dezember musste die Nachsuche wegen des strengen Winters unterbrochen und eingestellt werden.
Schützengraben identifiziert
Am Südfriedhof verlief im Zweiten Weltkrieg ein so genannter Laufgraben (Schützengraben) etwa drei Meter neben der heutigen Trasse der CO-Leitung. Bis zur Einstellung der Arbeiten war davon etwa die Hälfte untersucht worden. Kampfmittel wurden dabei nicht gefunden, bestätigte Gudula von Gronefeld, Dezernentin des Kampfmittelräumdienstes der Bezirksregierung Düsseldorf, im Dezember unserer Zeitung. Die Verdachtsfläche in Hilden sei die letzte an der umstrittenen CO-Leitung, die noch untersucht werden müsse. Kontrolliert werde nicht die Trasse der bereits fertig gestellten Giftgas-Leitung, sondern nur die Verdachtsflächen, stellte die Geophysikerin klar. Vor dem Bau der Pipeline seien zwar Luftbilder der Aliierten ausgewertet und Verdachtsflächen identifiziert worden. Versäumt worden sei jedoch die Überprüfung vor Ort. Das werde jetzt nachgeholt. Die Nachsuche am Südfriedhof sei aufwändig. Wo früher der Schützengraben verlief, lägen heute eine Gas, eine Strom- und eine Wasserleitung. Der Bagger könne deshalb nur eingeschränkt eingesetzt werden. Laufgräben waren in der Regel 1,60 Meter tief. Gegraben wird zwei Meter tief. Der Aushub wird auf Bomben und Munition gesichtet. Ein bewährtes Verfahren, versicherte Andreas Wulze, technischer Einsatzleiter der beauftragten Fachfirma Schollenberger.
In der Regel wüssten die Kampfmittelräumer, wo sie nach Bomben und Munition aus dem Zweiten Weltkrieg suchen müssen, erläuterte die Dezernentin. Fast 330 000 Aufklärungsfotos der alliierten Luftwaffen könnten ausgewertet werden. Fast die Hälfte der Luftangriffe gegen Deutschland habe sich auf NRW, das industrielle Herz des Dritten Reiches, konzentriert.
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