Hilden: Bommermann sorgt für Eklat
VON BARBARA JAKOBY - zuletzt aktualisiert: 06.03.2009Düsseldorf (RPO). Bei der Aufstellung der CDU-Direktkandidaten für die Kommunalwahl zog Dr. Ralf Bommermann im letzten Moment seine Kandidatur zurück. Er richtete heftige Angriffe gegen Parteichefin Angelika Urban.
Versammlungsleiterin Dagmar Schimmer hatte wie immer die Organisation fest im Griff. Die Namen von 17 Direktkandidaten waren bereits ohne Einspruch der CDU-Mitgliederversammlung verlesen worden; als Nächster stand Dr. Ralf Bommermann auf der Vorschlagsliste. In diesem Moment meldet sich dessen Ehefrau Martina Hannewald zu Wort und verlas eine schriftliche Erklärung des Ratsherrn, der für sein Fernbleiben Krankheitsgründe anführte. Bommermann teilte mit, er stehe für eine Kandidatur nicht zur Verfügung.
Über zwei Seiten lang richtet der Ratsherr heftige Vorwürfe gegen CDU-Chefin Angelika Urban. Er habe schon seit längerer Zeit den Eindruck gewonnen, dass seine Mitarbeit "von der Partei- und Fraktionsspitze nicht mehr gewünscht war". Deshalb habe er im Mai 2008 "bewusst" seine Bereitschaft zur Kandidatur nur "grundsätzlich" erklärt. Ein entsprechende Zweizeiler (siehe Infokasten", war Urban per Mail zugegangen. Dieses "grundsätzlich" beinhaltete für Bommermann (unausgesprochen), wie er jetzt in seiner Erklärung ausführte, dass er "also keineswegs einschränkungs- und bedingungslos" kandidieren werde. Er sei deshalb davon ausgegangen, dass daraufhin ein klärendes Gespräch stattfinden würde, "um die offenen Fragen zu klären und mir die definitive Entscheidung für oder gegen eine Kandidatur zu ermöglichen". Dies sei bis dato nicht passiert.
Im Wortlaut
Ralf Bommermann schrieb am 8. Mai 2008 per Mail an den CDU-Vorstand:
"Hiermit erkläre ich meine grundsätzliche Bereitschaft, für die Kommunalwahl weiterhin zur Verfügung zu stehen. An meiner Motivation und meinen Neigungen hat sich nichts verändert."
Er habe deshalb den Eindruck gewonnen, "dass keinerlei Interesse bestand, mich für eine weitere Mitarbeit zu gewinnen", so Bommermann weiter. Daraus ziehe er "ganz nüchtern und ohne Groll oder Zorn" seine Konsequenzen. Er dränge sich nicht auf und gehöre auch nicht zu den "pöstchengeilen Geldschacherern", deren Positionen ohnehin besetzt seien, schließt Bommermann, bevor er allen Gewählten "viel Glück und ein hohes Maß an Anpassungsfähigkeit" wünscht.
Die Erklärung schlug in der Versammlung ein wie eine Bombe. Urban parierte die Vorwürfe knapp mit drei Feststellungen: Ihr liege Bommermanns schriftliche Bereitschaft zur Kandidatur vor (die erwähnte Mail). Der Ratsherr habe sie einen Tag vor Weihnachten, kurz vor ihrem Urlaub, um ein Gespräch gebeten. Auf die Nachfrage, worum es gehe, habe er "die Karnevalisten" genannt. Daraufhin habe sie ihm gesagt, dass sie dafür 2008 keine Zeit mehr habe.
Auf einen späteren Anruf von Bommermanns Frau habe sie geantwortet, ihr Mann möge sie anrufen. "Herr Bommermann hat das Gespräch mit mir nicht gesucht", beteuerte Urban.
Plötzlich des Kandidaten für den Wahlbezirk 3180 beraubt, zog sich der Vorstand zur Beratung zurück und präsentierte nur wenig später als neue Kandidatin Ute Krall. Die Ratsfrau wollte zwar aus beruflichen Gründen "schweren Herzens" nicht mehr kandidieren.
"Ich kann meine Mannschaft nicht im Stich lassen und es fällt mir auch schwer, die Ratsarbeit aufzugeben. Vielleicht war das jetzt das Quäntchen Schicksal", meinte Krall, als sie unter dem Beifall der Mitglieder die Kandidatur annahm.
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