Hilden: Bücherei: Kunde ist König
VON GEORG AMEND - zuletzt aktualisiert: 13.07.2009Düsseldorf (RPO). Die Stadtbibliothek hat vor einem Jahr Ausleihe und Rückgabe auf Selbstbedienung umgestellt. Dafür wurden die Öffnungszeiten erweitert. Leiterin Claudia Lemke orientiert sich an den Wünschen der Nutzer.
In dieser Bücherei ist einiges anders. Keine langen Schlangen an den Rückgabe-Schaltern, zum Beispiel. Das liegt an den vor rund einem Jahr eingeführten Rücknahme-Automaten, an denen die Kunden selbständig ihre Bücher ausleihen und wieder zurück geben können. Dazu gehören auch die Rückgabeboxen: Mit blau gekennzeichnete Behälter für "vorgemerkte Medien", grün für "Gesellschaftsspiele" und "Medien mit Beilage" sowie rot für "CD's, DVD's und Videos". Diese Medien werden noch einmal gesondert kontrolliert – ob zum Beispiel kein Würfel verloren gegangen oder eine DVD beschädigt worden ist.
Stadtbücherei Hilden
Medien Die Bücherei bietet derzeit rund 86 000 Medien an.
Aufteilung Zu 80 Prozent setzt sich der Bestand aus Büchern zusammen, andere Medien wie CD's und DVD'S machen die restlichen 20 Prozent aus.
Ausleihen Der Anteil an den Ausleihzahlen ist jedoch bei den CD's und DVD's größer. Das liegt auch an den Ausleihfristen: Ein Buch kann vier, eine CD nur zwei Wochen ausgeliehen werden.
Acht Stunden länger geöffnet
Ansonsten vertraut die Bücherei auf die Automaten – mit Erfolg. "Wir konnten dadurch unsere Öffnungszeiten ausweiten. Von 35 auf 43 Stunden pro Woche. Das führt zu mehr Service für den Kunden", erklärt Bücherei-Leiterin Claudia Lemke. Sie hat dieses Amt erst am 1. Juli angetreten. Wesentlich mehr Zeit hatten die Kunden, um sich an die neue, automatisierte Rückgabe zu gewöhnen. "Die Kolleginnen müssen auch nach einiger Zeit noch helfen", sagt Lemke, erklärt aber auch: "Einige Kunden haben sich sehr schnell daran gewöhnt." Vor allem, wenn mittwochs und samstags Wochenmarkt auf dem Nove-Mesto-Platz direkt vor der Tür der Bibliothek ist, sei die Bücherei sehr stark frequentiert. Die Kunden nutzten die Möglichkeit gern, Bummeln und Bücher ausleihen zu verbinden. Den Markt noch mehr in die Bücherei zu integrieren, sei dagegen nicht angedacht: "Wir haben doch selber einen Medien-Markt", schmunzelt Lemke mit Blick auf verschiedene Aktionen. Aktuell bietet die Bücherei übrigens den "Taschenbuch-Sommer" für den Urlaub an – wer noch keinen kleinen Schmöker für die Reise hat, kann in der Bücherei einen gebrauchten für kleines Geld kaufen. "Wir bekommen viele Buch-Spenden von Bürgern. Und was wir nicht einpflegen können, wird verkauft", erklärt Lemke. Dieser Service entspricht ihrer Philosophie, denn als Ziel formuliert die Büchereileiterin: "Die Wünsche des Kunden noch stärker in den Mittelpunkt zu stellen."
"Onleihe" auf den heimischen PC
Das gilt auch für die jüngere Generation, weshalb ebenfalls vor rund einem Jahr die so genannte "Onleihe" eingeführt wurde. Hier können Nutzer Texte aus Büchern auf den heimischen Computer laden. Bisher mit begrenztem Erfolg, wie Anja Kölbl, zuständig für die Datenverarbeitung, zugibt: "Vielleicht ist es noch nicht bekannt genug. Die Nutzungszahlen nehmen kontinuierlich zu, aber das ist noch nicht der große Renner."
Was in puncto meistgelesene Werke dagegen der Renner ist, ist klar: die "Biss-Bücher". Die Romane von Stephenie Meyer über einen Teenager-Vampir kämen bei "Mädchen und Frauen" gleichermaßen gut an, weiß Lemke.
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