Haan: Bücherei plant ihren Umzug
VON RALF GERAEDTS - zuletzt aktualisiert: 03.09.2010Düsseldorf (RPO). Im Oktober sollen die neuen Büros am Neuen Markt bezogen und die ersten Regale eingeräumt werden. Erst Ende Februar dürfte die neue Bibliothek komplett fertig sein. Knapp 800 000 Euro kostet das Projekt.
Die Stadtbücherei Haan wird vermutlich ab Ende Februar nicht nur in völlig neuen Räumen am Neuen Markt 17 ihren Betrieb wieder aufnehmen. Auch der Medienbestand präsentiert sich deutlich verjüngt. Und zudem hält moderne Technik Einzug in den Bibliotheksbetrieb. Die beiden Ebenen stellen sich als Welten dar: In der oberen Lese- und Freizeitwelt wird es um Literatur für Jung und Alt zum Lesen, Anhören und Ansehen gehen, unten um Lernen, Recherchieren in Datenbanken, Zeitungen und Sachbücher. Die Mitglieder des Kulturausschusses ließen sich bei ihrer Sitzung in der Baustelle über Baufortschritt, Konzeption und Zeitpläne informieren.
Raumkonzept
Im Erdgeschoss wird die "Lese- und Freizeitwelt" für Kinder, Jugendliche und Erwachsene entstehen. Eine Café-Ecke wird eingerichtet, es gibt Info-Tresen und Selbstverbuchungstheke.
Im Untergeschoss finden sich die Lernwelt und der Sachbuchbereich sowie die Toiletten und Mitarbeiterbüros.
"Bei dem Projekt hat Murphys Gesetz voll zugeschlagen", resümierte Christian Rehkopp als (ehemaliger) Projektleiter. Es mussten viele Rückschläge verkraftet werden, die jeweils Zeitverlust bedeuteten. Zuerst waren es Unstimmigkeiten in der Eigentümergemeinschaft, die einen Baubeginn gleich nach der Kirmes 2009 verhinderten. Dann lähmte der lange Winter den Baufortschritt. Beim Ausschachten für den Anbau zeigte sich, dass eine Stromhauptleitung das Baufeld querte. Die vom RWE zugesagte Verlegung der Trasse dauerte 14 statt drei Wochen. Im Juni starb der Architekt für das Projekt. Projektleiter Rehkopp – bei der Stadt nur mit Zeitvertrag beschäftigt – fand zum 1. September eine neue Tätigkeit. Und schließlich zwingt der Baustart für die neue Feuerwache dazu, das Bücherei-Zwischenlager Bauhof schon im Oktober aufzugeben. Jetzt soll das Ziel in mehreren Schritten erreicht werden.
Zuerst sollen die Büroräume im Keller und gleich danach die obere Etage fertiggestellt werden. Dann sollen die neuen Möbel kommen und sukzessive eingeräumt werden. Der Anbau, wo sich künftig der Eingang befindet, wird als Letztes gebaut. Die benachbarte Kinderbücherei bleibt bis Ende Februar erhalten. Im Haus darf die Stadt zeitweise Kartons mit Medien zwischenlagern.
Medienbestand deutlich verjüngt
650 Kisten waren voll, als die Bücherei vor Jahresfrist ihr altes Domizil verließ. Die Mitarbeiter haben gut ein Drittel des Bestandes aussortiert und 5000 Neuanschaffungen eingearbeitet. Die Erfassung für die neue Hochfrequenzidentifizierung – diese Methode ermöglicht ein Selbstverbuchen der Ausleihen und soll Diebstähle verhindern – ist nahezu abgeschlossen. Zum Rück-Umzug sind 500 Kartons zu tragen, erläuterte Gabriele Schnabel, die als ehemalige Büchereileiterin das gesamte Projekt maßgeblich geplant und begleitet hatte.
Ihr Nachfolger, Roman Reinders, hat mit Anregungen für die Computertechnik an den sechs PC-Plätzen gleich eine neue Möglichkeit eröffnet: Arbeiten im Netzwerk soll Schülerprojekte eröffnen, aber auch die Schulung von städtischen Mitarbeitern. Die Bücherei hofft auf ein so genanntes Smartboard für den Lernbereich; die Bürgerstiftung ist um eine Zuwendung für das 4000 Euro teure Stück gebeten worden.
Kassensturz Ende September
Ob das Baubudget eingehalten wird, stehe noch nicht fest, sagte Beigeordnete Formella. Ende September solle es einen Kassensturz geben und im Oktober dazu eine Vorlage für den Hauptausschuss. Bisher sind nur die Mehrkosten für vier Monate Anmietung der Kinderbüchereiräume bekannt.
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