Haan: Bürger helfen Bürgern
VON RALF GERAEDTS - zuletzt aktualisiert: 29.11.2006Düsseldorf (RPO). Die Stiftungsurkunde, die NRW-Innenminister Dr. Ingo Wolf gestern Abend im Haus Am Quall überreichte, macht die „Bürger-Stiftung für Haan und Gruiten“ arbeitsfähig. Startkapital: 200 000 Euro.
„Viele Bürger wollen Gutes tun, aber wissen nicht recht wie.“ Künftig kann Bürgermeister Knut vom Bovert die Spendenwilligen an die „Bürger-Stiftung für Haan und Gruiten“ verweisen. Mit der feierlichen Übergabe der Stiftungsurkunde durch NRW-Innenminister Dr. Ingo Wolf begann gestern Nachmittag eine neue Zeit für Gönner in der Gartenstadt. Die Bürgerstiftung startet mit einem Kapital von 200 000 Euro, das Gewinn bringend angelegt ist. Aus den Erträgen fördert die Stiftung gemeinnützige, mildtätige und kirchliche Zwecke.
Bürger, die Geld spenden wollen, haben mehrere Möglichkeiten: Sie können gezielt das Stiftungskapital (ab 100 Euro aufwärts) aufstocken und damit dafür sorgen, das die Erträge höher ausfallen. Sie können aber auch Geld stiften, das sofort ausgeschüttet wird. Für „Zustiftungen“ ab 25 000 Euro darf die Bestimmung vorgegeben werden.
Mit Erträgen Gutes tun
„In Deutschland wird das Interesse daran größer, etwas für die Gemeinschaft zu tun“, hat Volker Görnandt festgestellt. Der Rechtsanwalt bildet mit Ingo Lemanski, Sparkassen-Direktor im Ruhestand, den ersten Stiftungsvorstand. Dem Stiftungsrat, der kontrolliert, berät, wählt und beschließt gehören Bürgermeister Knut vom Bovert, Sparkassen-Vorstandschef Gunther Wölfges, Ernst Jüntgen, Peter Schmeinck, Gaby Römer und Bernd Kirschey an.
Bürger-Stiftung
Name „Bürger-Stiftung für Haan und Gruiten“.
Startkapital 200 000 Euro.
Zustiftungen sind ab einem Betrag von 100 Euro möglich.
Geschichte Die erste deutsche Bürgerstiftung wurde 1996 in Gütersloh gegründet. Heute gibt es rund 100 solcher Stiftungen.
Kontakt Volker Görnandt (Tel. 0 21 29 / 18 91) oder Ingo Lemanski (Tel. 0 21 29 / 28 13).
Anfang 2008 steht die erste Ausschüttung der Zinserträgen an. Der Vorstand rechnet mit rund 8000 Euro. Die Anfangsstifter werden ab sofort Anregungen sammeln, was Gutes mit den Erträgen getan werden kann. Volker Görnandt sagte, die Anerkennung der Gemeinnützigkeit sei bereits beantragt; wird sie vom Finanzamt eingeräumt, so sind Stiftungen oder Spenden steuerlich absetzbar.
„Die Bedürftigkeit wächst“
„Wir müssen jetzt versuchen, ein Bewusstsein bei der Bevölkerung aufzubauen, dass es sinnvoll ist, etwas für die Gemeinschaft zu tun“, so Görnandt. Das hat der Gruitener Unternehmer Dieter Schauf seit langem verinnerlicht. „Ich kriege mit, dass die Bedürftigkeit wächst und hoffe, dass sich noch mehr Mitstreiter finden.“ Gaby Römer hat schon oft geholfen, jungen oder älteren Menschen Dinge zu ermöglichen. Peter Schmeinck fand, dass die gesamtgesellschaftlichen Zeichen „immer mehr Eigenverantwortung“ erforderten. Ernst Jüntgen hoffte, dass noch mehr Kapital zusammenkommt, um später gute Ideen fördern zu können.
In dieser Woche noch wird der Stiftungsvorstand ein Konto für Spenden einrichten und mit der Werbung für die Bürgerstiftung beginnen.
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