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Hilden: Busch trifft Bukowski

VON ULI SCHMIDT - zuletzt aktualisiert: 02.10.2008

Düsseldorf (RPO). Die beiden Schriftsteller seien nur auf den ersten Blick unterschiedlich, hat Lutz Görner entdeckt. Der Rezitator deckt am 11. Oktober in einer Lesung die Parallelen zwischen ihnen auf.

Der Rezitator Lutz Görner hat das Leben und die Werke von Busch und Bukowski zu einem Tournee-Programm verwoben.  Foto: RPO
Der Rezitator Lutz Görner hat das Leben und die Werke von Busch und Bukowski zu einem Tournee-Programm verwoben. Foto: RPO

„Wilhelm Busch trifft Charles Bukowski“ – der Titel schon verspricht eine interessante Mixtur von Literatur. Wenn dann nach ein so versierter Rezitator wie Lutz Görner auf die Bühne tritt, dürfen sich die Zuhörer der Kleinkunstreihe „Kultur mobil“ auf einen spannenden Abend freuen. „Auf den ersten Blick sind diese beiden Autoren vielleicht eine verwegene Mischung.“, gab Lutz Görner im Gespräch mit unserer Zeitung zu.

Vater des Hörbuchs

Der Mann mit markanter Stimme und Künstlerzopf gilt immerhin als Vater des Hörbuchs, beschäftigt sich seit 33 Jahren mit Gedichten und ist durch seine Fernsehserie „Lyrik für alle“ nicht nur Poesie-Fans ein Begriff. „Ich habe mich anlässlich von Buschs 100. Todestag noch einmal intensiv mit seinen Gedichten und seiner Biografie beschäftigt, und dabei sind mir viele Parallelen zu Bukowski aufgefallen“, so Görner. Beide hatten eine schwere Kindheit, erkannten erst spät ihre künstlerische Berufung. Der vermeintliche „Kinderbuchautor“ Busch hält in seinen Bildergeschichten, die berühmteste ist wohl „Max und Moritz“, den brutalen Erziehungsmethoden von Eltern in der Wilhelminischen Zeit den Spiegel vor. Seine Gedichte aus der „Kritik des Herzens“ oder „Die Haarbeutel“ kennen heute die wenigsten. Bukowski, der große Kritiker des „American Way of Life“ im 20. Jahrhundert, hat sich dagegen eher einen Namen mit Schilderungen brutaler Gewalt und ausschweifender Sexualität gemacht. In seinem berühmtesten Werk „Post Office“ – Der Mann mit der Ledertasche“, verarbeitete er seine in zwölf Jahren gesammelten Erfahrungen als Briefträger.

Info

Sehen und hören

Was Lutz Görner: „Wilhelm Busch trifft Charles Bukowski“.

Wann Samstag, 11. Oktober 2008, 19.30 Uhr.

Wo Heinrich-Strangmeier-Saal, „Altes Helmholtz“, Gerresheimer-Straße, Hilden.

Karten 18 Euro, Ticket-Zentrale, Nové-Mesto-Platz, Hilden, Tel. 02103 973747, und an der Abendkasse.

Lesen ist Erholung

Lutz Görner hat das Leben und die Werke dieser beiden sensiblen Einzelgänger zu einem Tournee-Programm verwoben, in dem ihre Gedichte und Biografisches zu hören sind. Busch wie Bukowski hatten Probleme mit Frauen wie mit Alkohol. Beide wurden über siebzig Jahre alt und starben trotz ihrer erst spät begonnenen schriftstellerischen Karriere als Millionäre. Was den Rezitator, geboren 1945, mit den Autoren verbindet? „Ich habe ebenfalls große Auseinandersetzungen mit meinem Vater gehabt und war mal drei Monate Aushilfsbriefträger. “ Wenn er sich heute, oft mehrere Jahre lang, mit Gedichten beschäftige, interessiere ihn besonders die Reaktion des Publikums. „Auf der Bühne zu stehen und zu lesen ist dann für mich Erholung.“

Quelle: RP

 
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