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Hilden: Cooles Saxophon

VON NORBERT LAUFER - zuletzt aktualisiert: 24.05.2008

Düsseldorf (RPO). Einen ausgedehnten Jazz-Nachmittag unter dem Pavillon-Segel im Park von Haus Horst gab es am Fronleichnamstag – mit Kaffee und Kuchen oder Bratwurst und Kartoffelsalat. Auch wenn das Motto der Hildener Jazz-Tage diesmal „women in jazz“ ist, hatten sich bei den beiden Bands jeweils drei Herren hineingeschmuggelt. Sie wurden vom Publikum ebenso herzlich beklatscht wie die Solistinnen der beiden Formationen.

Saxofonistin Karolina Strassmayer (Mitte) und ihre Band – links Drori Mondlak, rechts Martin Gjakonovski – spielten im Park von Haus Horst.  Foto: RPO
Saxofonistin Karolina Strassmayer (Mitte) und ihre Band – links Drori Mondlak, rechts Martin Gjakonovski – spielten im Park von Haus Horst. Foto: RPO

Gekonnter Tempowechsel

Den ersten Teil (ab und zu schien noch die Sonne) bestritt das Karolina Strassmayer Quartet, dessen Namensgeberin und Frontfrau vor wenigen Jahren das erste weibliche Mitglied der WDR Big Band war. Balladen und schnellere Stücke – oftmals eigene Kompositionen – wechselten sich ab, manche Stücke lebten gerade vom Tempowechsel.

Alle Combomitglieder zeigten sich als versierte Musiker, im Zusammenspiel wie in den Soli. In Mimik und Gestik von Drummer Drori Mondlak spiegelten sich die stärksten Emotionen. Pianist Thomas Rückert bewegte sich weit aus der Welt der traditionellen Jazzklänge hinaus, hin zu ganz modernen Klanggebilden. Und Bassist Martin Gjakonovski steuerte einen sehr melodischen Untergrund bei. Auf diesem Fundament konnte Karolina Strassmayer ihren substanziellen, modulationsfähigen Ton entfalten. Doch blieb ihr Jazz allzu cool. (Das Wetter trug daran zu diesem Zeitpunkt keine Schuld.) Eine gewisse vornehme Zurückhaltung sorgte dafür, dass alles recht einheitlich über den Bühnenrand kam.

Den zweiten Teil des Doppelkonzertes (mittlerweile wehte kühle Luft um die Füße) bestritt das Quartett um die Sängerin Cécile Verny. Ihre Stimme ließ sogleich aufhorchen mit gesungenen Rufen, die an ihre afrikanische Herkunft erinnerten. Vernys helle, ganz und gar offen klingende Stimme erinnerte teilweise an Ella Fitzgerald, vor allem, wenn sie Soli im Scat-Gesang absolvierte. Die anspruchsvollen Gedichte von der Renaissance über die Romantik bis hin zu Texten der Sängerin selbst wurden von den Bandmitgliedern sehr charakteristisch in Musik gesetzt. Damit war den Musikern die Aufmerksamkeit der Zuhörer sicher.

Andreas Erchingers Klavier- und Keyboard-Spiel war nur da vollgriffig, wo es nötig war; Bernd Heitzler setzte Akzente und ließ seinen Kontrabass prächtig durch die Tonleitern wandern; Torsten Krill bediente sein Schlagzeug ökonomisch und farbenreich.

Das Regenlied (nach Paul Verlaine) provozierte gottlob keinen Niederschlag. So konnten sich alle Zuhörer zumindest an den vielen lyrischen Songs wärmen.

Quelle: RP

 
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