Hilden: Der Liebe wegen an die Itter
VON ULI SCHMIDT - zuletzt aktualisiert: 22.02.2007Düsseldorf (RPO). Die Griechin Thalia Karachristos lernte vor 32 Jahren einen Landsmann kennen – aus Hilden. Hier gründete sie 2005 den Verein „Philia“, einen multikulturellen Freundeskreis.
„Philia“ nennt sich der Griechisch-Deutsche Freundeskreis in Hilden. Thalia Karachristos heißt die Frau, die ihn 2005 zusammen mit griechischen Landsleuten und Einheimischen gegründet hat. Wer Thalia trifft, darf gespannt sein, was sie in Sachen Kultur und Lebensart in Zukunft bewegen wird. Denn: „Wenn ich mal in Düsseldorf eingeladen bin, sage ich immer, Hilden ist meine Heimatstadt.“
Eigentlich nicht verwunderlich: Seit 32 Jahren lebt Thalia Karachristos hier. Im Urlaub lernte sie in ihrer alten Heimat einen Griechen kennen – aus Hilden. Die Liebe schlug ein wie der Blitz und drei Tage später war sie verheiratet und folgte ihm an die Itter. „Ich hatte damals mein Abitur, aber in meinem Geburtsort Orestiada im Norden Griechenlands keine Chance zu studieren.“ Im Rheinland angekommen, gründete die junge Frau zunächst einmal eine Familie, hat heute zwei erwachsene Kinder. „Meine Tochter Penelope ist im Verein Schriftführerin“, erzählt sie strahlend. Engagement für andere liegt ihr. Organisieren auch.
„Philia“
Griechisch-Deutscher Freundeskreis Hilden e.V.
Vorsitzende Thalia Karachristos, Noldeweg 16, 40724 Hilden. Tel.0 21 03 / 29 81 28 oder 01 77 / 3 11 97 43.
Regelmäßige Treffen für Interessierte: Jeweils am ersten Mittwoch des Monats, ab 19.30 Uhr, beim „Griechen im Päädstall“, Hilden, Ohligser Weg 21a.
Deshalb hat sie sich für einen neuen Verein eingesetzt, der nicht nur für ihre griechischen Landsleute ein „weltoffenes, tolerantes Miteinander von Menschen unterschiedlicher Herkunft“ in seinen Statuten festhält.
Das Orakel von Delphi
Dabei soll besonders die Vermittlung griechischer Kultur nicht zu kurz kommen: „Wir planen in diesem Jahr noch einige interessante Vorträge.“ Da wird unter anderem im März über die Entführung der Europa (und die Auswirkungen) zu hören sein. Das Orakel von Delphi und die Bedeutung des Olivenbaums in der Geschichte sind weitere Themen. Daneben stehen aber auch gemeinsame Feste auf dem Vereinsprogramm. Erst Neujahr teilte man nach altem Brauch des heiligen Basilius die Basilopita, Kuchen mit einem Geldstück, das dem Finder besonders viel Glück bringen sollen. Ein Vereinsheim hat „Philia“ nicht, aber die inzwischen 30 Mitglieder treffen sich regelmäßig zum Stammtisch in einem griechisch geführten Lokal am Ohligser Weg. „Davon sind nur sechs Griechen“, sagt die Gründerin. Was aber diese muntere Multi-Kulti-Runde nicht stört.
Freundliche Verkäuferin
Thalia Karachristos arbeitet als Verkäuferin in einem Modegeschäft in der Bismarck-Passage: „Ich mag Kleider, die auch weiblicheren Frauen stehen.“ Beim Wettbewerb des Stadtmarketing, bei dem besonders freundliche Verkäuferinnen gesucht wurden, zählte sie zu den ersten Fünf.
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