Haan: Die Grenzen im Kopf sind weg
zuletzt aktualisiert: 21.09.2009Düsseldorf (RPO). Anfang November werden im Erzbistum neue Pfarrgemeinderäte gewählt. In Haan und Gruiten wird ein gemeinsames Gremium sich um die Geschicke in beiden Gemeinden des Seelsorgebereiches kümmern.
Die 10 000 Katholiken in Haan und Gruiten sind am 7. und 8. November aufgerufen, einen neuen Pfarrgemeinderat (PGR) zu wählen. Zum dritten Mal wird es ein gemeinsames Gremium für die beiden Pfarrgemeinden St. Chrysanthus und Daria Haan sowie St. Nikolaus geben. Über die bevorstehende Wahl und die Bilanz aus den bisher schon acht gemeinsamen Jahren sprach RP-Redakteur Ralf Geraedts mit PGR-Vorstandsmitglied Annegret Buchart.
Wie viele Mitglieder stehen zur Wahl?
Buchart Im Pfarrgemeinderat sitzen neun Mitglieder aus der Pfarrgemeinde St. Chrysanthus und Daria und fünf Mitglieder aus der Pfarre St. Nikolaus. Sie repräsentieren die rund 8000 Katholiken aus Haan und die 2000 Katholiken aus Gruiten. Dieser Proporz hat sich in den letzten acht Jahren bewährt. Ebenso, dass die Pfarrgemeinderatssitzungen wechselweise in Haan und Gruiten stattfinden.
Pfarrgemeinderat
Gemeinden St. Chrysanthus und Daria zählt rund 8000 Katholiken, die Pfarre St. Nikolaus rund 2000.
Mitglieder Das gemeinsame Gremium wurde erstmals 2001 gewählt. Die Amtszeit dauert vier Jahre.
Wahltermin Samstag und Sonntag, 7. und 8. November, gemeinsam mit der Wahl zu den neuen Kirchenvorständen.
Im "Brückenschlag" war zu lesen, dass Kandidaten gesucht werden. Haben sich genügend Frauen und Männer gefunden?
Buchart Im Wahlausschuss haben wir am Donnerstag die bisherigen Bewerbungen gesichtet. Eine Liste wird vom 25. September bis 9. Oktober in den Schaukästen ausgehängt und im Brückenschlag veröffentlicht. Erfreulicherweise haben sich schon viele Kandidaten beworben. Die Liste ist aber noch nicht geschlossen.
Welche Voraussetzungen müssen Bewerber mitbringen?
Buchart Sie müssen Interesse und Freude haben, aktiv das Leben der Gemeinde mitzugestalten, sich in das Pfarrkonzept einzubringen, neue Wege zu beschreiten, das Pastoralteam bei der Arbeit zu unterstützen und zu beraten oder seelsorgerische Schwerpunkte anzuregen. Sie müssen bereit sein, Verantwortung in der Kirche zu übernehmen und ihre Kompetenz als getaufte Christen einzubringen.
Der Pfarrgemeinderat wird seit 2001 aus beiden Pfarrgemeinden gebildet. Was hat sich seither geändert?
Buchart Es sind viele Synergieeffekte durch die Zusammenarbeit erzielt worden. Die gemeinsame Fronleichnamsprozession wird gut angenommen. In den Verbänden und bei den Aktionen denkt man für beide Gemeinden. Es gibt keine Diskussionen mehr, dass eine Veranstaltung mal hier, mal dort stattfindet. Die Gottesdienste werden wechselseitig besucht. Da richtet man sich mehr nach Uhrzeiten als nach alten Gewohnheiten. Die Jugendarbeit hat sich gut entwickelt. Es gibt die Grenzen im Kopf nicht mehr. Die gegenseitige Hilfe ist viel selbstverständlicher geworden.
Das alles hilft bestimmt auch dabei, die momentan angespannte Situation im Pastoralteam zu bewältigen?
Buchart Ja, es gibt ein Bewusstsein, dass wir die aktuellen Schwierigkeiten gemeinsam stemmen müssen.
Vor welchen Aufgaben steht der neue Pfarrgemeinderat?
Buchart Der Zielkatalog ist im neuen Pastoralkonzept erfasst. Bisher gibt es das Konzept als Bestandsaufnahme, die auch in Ansätzen Perspektiven aufzeigt. Jetzt müssen wir die Überlegungen noch einmal unter dem Blickwinkel der derzeit reduzierten Personallage betrachten. Dann gilt es, die ökumenische Arbeit, die in der Partnerschaftsvereinbarung zwischen der katholischen, der evangelischen und der Freien evangelischen Gemeinde festgeschrieben ist, weiterzuentwickeln. Aufgabe des neuen Pfarrgemeinderates ist es aber auch, eine Pfarrversammlung einzuberufen, in der versucht wird, das Gerüst des Konzeptes konkret zu füllen. Der noch amtierende PGR hat gesagt, dass das der neue gewählte Pfarrgemeinderat konkretisieren muss.
Das klingt irgendwie nach einem großen Personalwechsel.
Buchart Drei Mitglieder aus dem Vorstand – Marion Beckershoff, Richard Paulsen-Hammerschmidt und ich – treten nicht mehr an. Marion Beckershoff aus beruflichen Gründen, Richard Paulsen-Hammerschmidt und ich haben 14 Jahre im Pfarrgemeinderat mitgearbeitet und machen jetzt Jüngeren Platz. Das war seit langem schon geplant.
Pfarrgemeinderatswahlen zeichneten sich bisher nicht durch eine besonders hohe Wahlbeteiligung aus. Gibt es Überlegungen, mehr Katholiken zur Stimmabgabe zu bewegen?
Buchart Wir werden Flyer verteilen, in denen die Kandidaten vorgestellt werden. Die Bewerber werden sich am Allerheiligen-Wochenende in allen Gottesdiensten persönlich präsentieren.
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