kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Kommentare ()

Hilden: Die Kehrseite des Karnevals

VON ILKA PLATZEK UND OLAF STASCHIK (FOTOS) - zuletzt aktualisiert: 21.02.2012

Hilden (RP). Mehr als 30 Jugendliche mussten wegen zu viel Alkohols behandelt werden. Außerdem zählten Polizei, Feuerwehr und Deutsches Rotes Kreuz zahlreiche Schnittwunden und weitere Verletzte durch einen explodierten Chinaböller.

Die Unfallhilfestelle ist für alle Eventualitäten gerüstet.  Foto:
Die Unfallhilfestelle ist für alle Eventualitäten gerüstet. Foto:

Die Sonne scheint, die Stimmung ist gut, jetzt muss nur noch der Zug kommen. Am Hagelkreuz knubbeln sich bereits gegen halb zwei die Schaulustigen. Es sind viele Minderjährige, die hier Alkoholisches probieren. Um sie herum liegen jede Menge Glasscherben in allen Regenbogenfarben. Auf der anderen Seite der Kreuzung haben sich die Ordnungshüter postiert.

Holger Vogel vom Polizeisonderdienst des Kreises ist mit zwölf Kollegen und einem Hund vor Ort. Eine erste Festnahme gab es bereits um halb eins. Ein junger Mann wurde mitgenommen, weil er zu diesem Zeitpunkt bereits über zwei Promille im Blut t hatte. Auch die 53 freiwilligen Helfer vom Deutschen Roten Kreuz haben gut zu tun: Erstmals sind sie mit einer so genannten Unfallhilfsstelle vor Ort. Das ist ein Zelt, das Platz bietet für die Erstversorgung von drei bis vier Verletzten. Einsatzleiter David Herresbach berichtet, dass der erste Patient vor 14 Uhr behandelt werden musste. Er hatte sich Schnittverletzungen zugezogen. Um 13.30 Uhr wird schon der vierte Kranke gezählt, einer, der zu tief in die Flasche geguckt hat. "Auffällig ist, dass wir schon so früh so viele Patienten haben", sagt der Einsatzleiter.

Info

Unfallhilfestelle

Eine Säule des Sicherheitskonzeptes war erstmals die Unfallhilfestelle am Hagelkreuz.

Das Zelt bot Platz für die Erstversorgung von drei bis vier Verletzten.

Schon um 13.30 Uhr wurde der erste Patient behandelt. 39 Menschen wurden versorgt, 28 ins Krankenhaus eingeliefert.

Auf der Kreuzung und entlang der Strecke steigt der Lärmpegel kontinuierlich an: Junge Mädchen, als Kellnerinnen oder Bienchen verkleidet, trinken Sekt, Wodka und Jägermeister direkt aus der Flasche. Eine "Tussi on Tour", so steht es auf ihrem pinkfarbenen Kostüm, trägt einen Schlaufengürtel, der mit kleinen Flachmännern gefüllt ist. Das Getränk darin sieht aus wie rosa farbiger Eierlikör. Junge Männer trinken Bier sowie alle nur erdenklichen Spirituosen. Ein höchstens 13-Jähriger hat Pech: Ein Polizist konfisziert den Inhalt seines Rucksacks: drei Bierflaschen und eine Großpackung "Feiglinge". Für den Jungen und seine Freunde ist das Trinken vorbei, bevor es beginnen konnte.

Stellenweise – hier am Hagelkreuz – war das Pflaster mit Glasscherben übersät. Foto:

14.30 Uhr. Endlich kommt der Zug. Gemächlich ziehen die Wagen an der Menschenmenge vorbei, Kamelle fliegen. Plötzlich eine laute Explosion und Rauchentwicklung mitten im Getümmel. DRK und Polizei eilen hin: Irgendjemand hat eine Rauchbombe gebaut und sie am Rande der Umzugsstrecke detonieren lassen. "Zum Glück gab es keine ernsthaften Verletzungen", sagt DRK-Einsatzleiter Herresbach wenig später. Trotzdem rollen die acht Rettungswagen pausenlos, und das Erstehilfezelt ist immer belegt. Auch, als der Zug längst an seinem Bestimmungsort angekommen ist. Die Schulstraße ist jetzt beinahe flächendeckend mit Scherben übersät: Schlechte Zeiten für Rollstuhlfahrer, Hunde und schwankende Schnapsleichen. Ein junger Mann in Bundeswehruniform würgt so heftig, dass ihn die Saniäter nicht sofort einladen.

"Ein ruhiger Tag", sagt die Polizei

Insgesamt 39 Patienten betreut das DRK, 28 von ihnen müssen ins Krankenhaus gebracht werden. "Die meisten mit Alkoholvergiftung oder Schnittverletzungen", so der Einsatzleiter. Außerdem seien, wie schon in den Vorjahren, 80 Prozent der Verletzten Minderjährige. Der letzte Patient wird um 18 Uhr vom Nottrupp behandelt. "Es war ein ruhiger Tag ohne Ausschreitungen", findet Polizeichef Wolfgang Busch. Nur sechs Personen wurden in Gewahrsam genommen. Fünf von ihnen können jetzt ihren Rausch in der Zelle ausschlafen.

Quelle: RP/url


Jetzt weiterlesen und die Rheinische Post testen.

 
weitere Artikel
 
Links zu diesem Artikel (1)
Ein klares JEIN zum Glasverbot am Rosenmontag – hildenNET »
24.02.12 07:08 Uhr
Weiterlesen
 

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Bunte Kostüm-Meile Rheinufer

Japan-Tag

Bunte Kostüm-Meile Rheinufer

Tausende Neuigierige waren nach Veranstalterangaben bereits am frühen Samstagnachmittag am ... mehr 

Mit Tee und Scones auf dem Rhein

Thronjubiläum von Queen Elizabeth II.

Mit Tee und Scones auf dem Rhein

Am Sonntag feiert Großbritannien das diamantene Thronjubiläum von Queen Elizabeth II. Pat Haselwood, Vorsitzende des British Women's Club Dü ... mehr 

Nachrichten aus Düsseldorf
Aus der Region

Thronjubiläum von Queen Elizabeth II.

Mit Tee und Scones auf dem Rhein

Proteste gegen Neonazi-Aufmarsch in Hamburg

Brandstifter zünden Polizeiautos aus NRW an

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

Tragischer Unfall: 400 Schafe fallen auf Autobahn

Hunderte Schafe sind in der Nacht zu Freitag auf eine Straße in Melbourne gefallen, als ein Tiertransporter auf einer Brücke umkippte und ... mehr 

Aus der Nachbarschaft

Tippspiel

Wir suchen den EM-Experten

Deutschland Niederlande Jubel Özil Klose Müller 2011 dpa

Wer übersteht die Vorrunde? Wer schafft es bis ins Finale? Das EM-Tippspiel von RP Online gibt Ihnen die Gelegenheit, Ihr fußballerisches Know-How unter Beweis zu stellen. Die besten Tipper erwarten tolle Preise. Jetzt anmelden und mitmachen! mehr 

Meistgelesen

Borussia Mönchengladbach

Anderson und Rupp kehren zurück

Neue Namen werden viele gehandelt in diesen Tagen, wenn von möglichen Zugängen bei Borussia die Rede ist. Zunächst rücken jedoch zwei alte Bekannte wieder in den Fokus. VON Thomas Grulke  mehr

 
 

22-jährige Studentin stirbt bei Autounfall

Marina Keegans Tod bewegt das Netz

 

Klose vor der Nase, Dzeko im Nacken

Mario Gomez trifft – und schmollt

 

Grünen-Fraktionschefin im Interview

Künast: "Das Problem heißt Merkel"

Meistkommentiert

Proteste bei Neonazi-Aufmarsch

Rechtsextreme ziehen aus Hamburg ab

Die Demonstration von Neonazis in Hamburg Wandsbek ist am Samstagabend beendet worden. Mehrere Tausend Menschen waren am Samstag aus Protest gegen einen Neonazi-Aufmarsch auf die Straße gegangen. In der Nacht hatten Brandstifter elf Polizeifahrzeuge ... mehr

 
 

32-jähriger Mann getötet

Wilde Schießerei in Hannovers Innenstadt

 

DFB-Delegation besucht Auschwitz

"Wir wollten ein Zeichen setzen"

 

Parteitag am Wochenende in Göttingen

Personeller Showdown bei den Linken

mehr nachrichten aus Hilden und Haan

Haan

Stadt und Kreis tauschen Straße

Die Martin-Luther-Straße soll zur Kreisstraße 5 werden. Dafür soll die Turnstraße als heutige K5 zur Gemeindestraße abgestuft werden. Der Verkehrsausschuss will Tempo 30 beibehalten. VON Ralf Geraedts  mehr

 

Hilden/Düsseldorf

Christliche Schulen insolvent

 
 
 
 
 
Familienanzeigen
Regio-Extra