Haan: Ein Duft wie ein Parfum
VON SONJA SCHMIDT - zuletzt aktualisiert: 16.07.2007Düsseldorf (RPO). Die Oldtimer-Rallye „Tour de Düsseldorf“ machte am Samstag in Gruiten Station. Viele Schaulustige beobachteten die französischen Klassiker. Am RP-Stand hielten alle Fahrer an, um sich einen Stempel abzuholen.
Der Anblick eines Fotos in der Zeitung hatte Günter Zimmermann in Gedanken mehr als 40 Jahre in die Vergangenheit zurückversetzt. Die Aufnahme zeigte den Oldtimer „Renault Floride“, den Wagen, den der heute 70-Jährige 1964 selbst fuhr. Der zugehörige Artikel kündigte die Oldtimer-Rallye „Tour de Düsseldorf“ an, die am Wochenende im Rahmen des Düsseldorfer Frankreichfestes erstmals auch durch Gruiten Dorf führte. „Meine Frau und ich sind hierher gekommen, um Erinnerungen aufzufrischen. Das Auto war damals wunderschön“, schwärmt der Rentner, der mit seiner Frau Ruth bei strahlendem Sonnenschein auf einer Bank sitzt und darauf wartet, dass der erste Oldtimer um die Ecke biegt. „Der Wagen war ein Cabrio und hatte Weißwandreifen. Wenn man den Berg runter fuhr, schaffte er mit Rückenwind 150 Stundenkilometer“, erinnert sich Günter Zimmermann. Auch seine Frau denkt gerne an den zuverlässigen Renault zurück. „Es war schön, sich mit Kopftuch im Cabrio den Wind um die Nase wehen zu lassen.“
Oldtimer-Rallye
Gründer Boris Neisser, Geschäftsführer des Ausrichters Destination Düsseldorf.
Starter 150.
Anmeldungen Rund 205 inklusive der Warteliste.
Oldtimer Der Älteste aus dem Jahre 1905, dazu 15 Vorkriegsfahrzeuge. Die weiteste Anreise war aus Wien.
An jeder Station ein Stempel
Der Platz vor der Gaststätte „Zum Schwan“ hat sich mittlerweile gefüllt. Die französischen Klassiker verspäten sich. Noch ist nichts zu sehen. Doch dann fährt der erste historische Franzose vor und hält vor dem Stempel-Stand der Rheinischen Post. Ein Stempel in den Unterlagen der Besitzer dient später als Nachweis, dass die historischen Gefährte auch über das Kopfsteinpflaster in Gruiten-Dorf gerollt sind. Günter Zimmermann hält es nicht mehr auf seinem Platz. Der Rentner ist aufgestanden und blickt den gepflegten alten Kraftfahrzeugen staunend nach.
Einblick in den Motor
Erneutes Raunen geht durch die Reihen, als ein blauer Alpine Renault aus der Mitte der Siebziger Jahre um die Ecke biegt. Er hält. Der Motor fegt den Zuschauern am Straßenrand heiße Luft um die Beine. Es riecht nach Benzin. Jürgen Dahmen steigt aus und öffnet die Kofferraumhaube des getunten Franzosen. Zum Vorschein kommt der Motor. Im Nu hat sich eine Männerrunde um das Heck des Renaults versammelt und fachsimpelt. Ein Besucher in den hinteren Reihen erklärt aus vollster Überzeugung: „Ein alter Motor riecht besser als das teuerste Parfum.“ Währenddessen lässt Jürgen Dahmen den Motor auch schon wieder an und verschwindet hinter der nächsten Kurve. Andreas Lahusen hat es nicht eilig. Mit seinem Renault, Baujahr 1974, hat sich der 53-Jährige einen Traum erfüllt. „Ich wollte immer ein Auto aus meiner Studentenzeit fahren“, sagt er.
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