Hilden: Eine Esplanade in die Stadt
VON D. SCHMIDT-ELMENDORFF - zuletzt aktualisiert: 06.11.2008Düsseldorf (RPO). Architekt Christof Gemeiner hat im Auftrag der Stadt einen Vorentwurf für die Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes vorgelegt. Er möchte die Grüninsel aufwerten. Gesamtkosten: 798.000 Euro.
Im Zuge der „Revitalisierung“ des Bahnhofsgebäudes soll auch der Vorplatz als Entree zur Stadt eine Auffrischungskur erfahren. Eine Esplanade als breiter Fußweg, der die Grüninsel in Nord-Süd Richtung kreuzt, ein Kultur-Pfad, der in Ost-West-Richtung durch den Park mäandert und die lichttechnische Inszenierung der Platanen sind die Gestaltungsideen von Christof Gemeiner.
Der mit der Planung beauftragte Architekt wird sie in der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses am Mittwoch vorstellen. Maßgabe war, einen Entwurf abzuliefern, der die geschätzten Baukosten von 945000 Euro unterschreitet: Mit einem Ansatz von 798.000 Euro ist ihm das gelungen.
Allerdings rät er – wegen des schlechten Zustandes der Straße – zu einer Sanierung der Bahnhofsallee bis zur Hausnummer 14. Zusätzliche Kosten: 112.000 Euro.
Gewerbeverkehr
Die bisherige Ringstraße ist großzügig angelegt, weil sie denSchwerlastverkehr vom und zum Schrottplatz aufnehmen musste. Künftig wird dieser Verkehr jedoch über die Ellerstraße abgewickelt, so dass der Vorplatz entlastet wird.
Die Einfahrt zum künftigen Kleingewerbegebiet wird so krumm angelegt, dass sie als bevorzugte Fahrtrichtung die nördliche Bahnhofstraße und nicht wie bisher die Vorfahrt vorgibt.
Die Straßenbauplanung hat das Ingenieurbüro Achten u. Jansen aus Aachen erstellt.
Grünfläche aufwerten
Die Planung musste natürlich auch die verkehrlichen Erfordernisse an den Vorplatz als einen ÖPNV-Rendezvouspunkt berücksichtigen. Im Vordergrund stand für Gemeiner aber das Ziel, die einzige Grünfläche im Quartier aufzuwerten, damit sie mehr zum Verweilen einlädt.
Deshalb möchte er die parkähnliche Fläche um etwa 200 Quadratmeter vergrößern und symmetrisch abrunden. Dafür würde die Ringstraße so weit verengt, dass sie von den Gelenkbussen noch problemlos umfahren werden kann und sich Autos im Gegenverkehr begegnen können. Die Bushaltestelle auf der westlichen Bahnhofsallee wird beseitigt, dafür wird die gegenüberliegende Busbucht zur Bus-Haltestelle mit erhöhtem Bordstein ausgebaut.
An der Nordseite werden die bisherigen sechs Parkplätze der Grünfläche zugeschlagen. Auch die 14 Senkrechtparkplätze an der Bahnhofsvorfahrt entfallen zugunsten einer schmaleren Taxistandreihe. Als Ersatz werden in der Zufahrt zum neuen Gewerbegebiet neue Stellplätze eingerichtet.
Kernstück der Planung ist die Esplanade, die die historische Straßenführung nachvollziehen soll. Sie teilt sich in Richtung Poststraße auf, um die Fußgänger sicher über die Straßen zu geleiten. Die großformatigen Betonsteine als Belag werden durch quer verlaufende Stahlbänder unterteilt. Diese unterschiedlichen Segmente stehen für die Dimension Zeit.
Meilensteine der Geschichte
Der gewundene Kultur-Pfad soll in dem historischen Kopfsteinpflaster ausgeführt werden, das im Zuge der Sanierung aus den Straßen geborgen wird. Blöcke aus Grauwacke sollen den Weg begleiten und „Meilensteine“ der Hildener Geschichte dokumentieren. Außerdem möchte Gemeiner die Kronen der mächtigen Platanen so anleuchten, dass sie die Wirkung eines Daches entfalten. Drei holländische Linden müssten allerdings gefällt werden, weil sie der Planung entgegenstehen. Dafür sind Ersatzpflanzungen vorgesehen.
Die Bahnhofsvorfahrt soll einheitlich gepflastert werden und einen drei Meter breiten Streifen für das kurze Halten bekommen, der im weiteren Verlauf der Anfahrt des Busses an die Haltestelle dient, die einen neuen Unterstand erhält.
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